TV-Tipp: Wohin treibt der Islam?

Verfasst am 2. September 2010 von Daniela Halfmann

Zweiteilige ZDF-Dokumentation über Muslime und Nicht-Muslime

Wohin treibt der Islam?

In Europa sind spätestens seit dem Beginn der Globalisierung die islamischen und christlichen Welten mit einander verwoben. Das führt oft zu Unsicherheiten und Ängsten, die z.B. in den Konflikten um den Bau von Moscheen und den Minaretten ihren Ausdruck finden. Allein in Deutschland leben über 4 Millionen Muslime. Wie aber ist das Zusammenleben von Muslimen und Nichtmuslimen möglich, wenn über 80 % aller Befragten in Deutschland im Jahr 2006 angaben, der Islam wäre grundlegend fanatisch?

Die zweiteilige Dokumentation “Wohin treibt der Islam?” von Friedrich Klütsch und Daniel Gerlach versucht den Vorurteilen der deutschen Bevölkerung entgegenzutreten. Dazu haben die beiden Autoren Muslime und Nichtmuslime begleitet und Antworten auf Fragen gesucht wie die, ob der Islam und die Demokratie wirklich zusammen passen oder welche Chancen aber auch Schwierigkeiten sich bei dem Aufeinandertreffen der verschiedenen Kulturen ergeben.

Unter den begleiteten Personen befindet sich Nassem Ben Iman, der zum Christentum konvertiert ist oder der große Koran-Gelehrte Nar Abu Zaid, der im Juli verstorben ist. Ausserdem kann man einen Hassprediger aus Hamburg zuhören, verschiedenen Verfassungsschützern und auch ganz besonderen Menschen: nämlich denjenigen, für die der „Dschihad“ bedeutet, ein guter und frommer Mensch zu sein.

Daran orientiert sich auch die zentrale Frage der ersten Folge: welche Bedeutung hat der so genannte Heilige Krieg „Dschihad“? Inwieweit lässt sich dabei Gewalt durch den Islam rechtfertigen?

Die zweite Folge dagegen fragt danach, wie Demokratie und der Koran zusammenpassen. Der zum Christentum konvertierte Nassem Ben Iman fürchtet den Zorn religiöser Eiferer und erhält tatsächlich Personenschutz, weil er sich in Deutschland nicht frei bewegen kann. Hamideh Mohagheghi, eine islamische Theologin, ist überzeugt vom Islam als richtige Religion für die Muslime und der Grünenpolitiker Cem Özdemir sieht sich als Vorbild und Ermutiger für Muslime und Migranten in dieser Demokratie.

Der Minarettstreit in der Schweiz und die Diskussionen um den Moschee-Bau in Köln zeigt die Angst der deutschen Bevölkerung vor dem Islam ganz deutlich. Die Fakten, Einschätzungen und Einblicke der Dokumentation sollen aber der eher diffusen Stimmungs- und Kenntnislage entgegenwirken und eine mögliche Zukunftsform des Islam in Deutschland aufzeigen.

Gesendet werden die beiden Teile an zwei aufeinanderfolgenden Terminen:

Der 1. Teil läuft am Di, den 14. September um 22:45 Uhr im ZDF und

der 2. Teil am Mi, den 15. September um 22:15 Uhr ebenfalls im ZDF.

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