Iran: Einer unserer Geländewagen in der Dasht-e Lut

Die Freude vor der nächsten Reise ist groß. Ernst wird es dann spätestens bei der Frage: Ausrüstung für eine Wüstentour? Was kommt eigentlich in den Koffer? Ist ein Koffer überhaupt das Richtige? Was kann ich getrost zu Hause lassen und was darf auf keinen Fall fehlen? Besonders wenn es in die Wüste geht, kommt oft Unsicherheit auf. Damit sich das nicht zum Problem auswächst, geben wir Ihnen hier ein paar Tipps für Ihre Wüsten-Packliste.

Das Gepäck: Koffer, Rucksack oder Reisetasche?

Wir schwören auf Reisetaschen! Die sind formbar und lassen sich wunderbar im Kofferraum verstauen. Viele haben inzwischen auch Rollen, mit denen man die Tasche hinter sich herziehen kann, und einige sogar einen Teleskopgriff. Hartschalenkoffer dagegen sind groß und sperrig, nehmen viel Platz weg und eignen sich eher für Busse als für eine Expedition im Geländewagen. Außerdem sind sie denkbar ungeeignet für Zelte, weil man kaum noch selbst ins Zelt passt und weil der Kofferdeckel an den schrägen Zeltwänden stets zuklappt. In großen Trekkingrucksäcken wiederum lässt sich nur schwer Ordnung halten – die Hose oder Jacke, die ich suche, liegt garantiert ganz unten und ich bin den halben Urlaub damit beschäftigt, aus- und wieder einzupacken. Also: Unserer Erfahrung nach sind Reisetaschen ideal!

Schlafen

Bei Zeltnächten gehören Schlafsack und Isomatte zur Basis-Ausrüstung. Bei manchen Touren stellen wir einfache Schaumstoffmatten zum Sitzen und Schlafen und schreiben das dann jeweils im Leistungsverzeichnis der betreffenden Reise mit dazu. Schlafsäcke stellen wir aus hygienischen Gründen grundsätzlich nicht.

Da in Wüsten die Tageshitze kaum gespeichert werden kann, wird es nachts je nach Jahreszeit empfindlich kalt, daher unbedingt auf einen angemessenen Komfortbereich beim Schlafsack achten (auch hierzu finden Sie in unseren Reiseunterlagen stets eine Empfehlung mit Temperaturangabe). Durch zusätzliche Innenschlafsäcke – im Sommer aus Seide (kühlt & fängt den Schweiß auf), im Winter aus Fleece – können Sie den Schlafkomfort erhöhen. Unter den Isomatten empfehlen wir selbstaufblasbare Exemplare: Sie sind leicht, kompakt und bequem. Vorsicht jedoch bei steinigem Untergrund: Räumen Sie spitze Steine fort, damit die Isomatte keinen Schaden nimmt.

Iran: Zelt in der Dasht-e Lut

Eine Wüstentour mit Zeltübernachtung wie hier im Iran ist ein ganz besonderes Erlebnis!

Als zusätzlichen Tipp empfehlen wir aluminiumbeschichtete Decken (als Rettungsdecken im Handel erhältlich). Wer gerne ohne Zelt unter dem in der Wüste besonders hellen Sternenhimmel nächtigt, kann die Rettungsdecke unter die Isomatte legen. So bleibt diese trocken und das Material der Rettungsdecken hält Käfer oder andere Kriechtiere meist auf Abstand.

Hygiene

Praktisch für die Hygiene in der Wüste sind Feuchttücher und Outdoorseifen. Feuchtigkeitscreme, Lippenpflege und (bei empfindlichen Augen) Augentropfen sollten nicht vergessen werden, da die Haut in der Wüste leicht austrocknet. Noch wichtiger ist dafür natürlich eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor und eine gute Sonnenbrille.

Kleidung & Schuhwerk

Unerlässlich: körperbedeckende, luftige Kleidung sowie eine ausreichende Kopfbedeckung (die Beduinen machen es vor!). Die Kopfbedeckung muss vor allem den Nacken verschatten, da dieser sehr empfindlich ist und ein Sonnenstich oder gar Hitzschlag besonders dann drohen, wenn der Nacken unbedeckt bleiben.

Generell empfehlen wir Kleidung aus Naturfasern oder modernen Mikrofasern. Diese Kleidung sollte bequem sein und  locker sitzen.

Besonders entscheidend ist die Frage nach dem passenden Schuhwerk. In diesem Punkt hat jeder seine persönlichen Vorlieben. Das ist auch in Ordnung, solange die Schuhe bequem und solide sind. Hier eignen sich zum Beispiel Trekkingsandalen. Die Sohle schützt vor dem heißesten Sand und vor Steinen, gleichzeitig bleibt kein Sand im Schuh. Geschlossene Trekkingschuhe bieten einen noch besseren Schutz – insbesondere geben sie dem Fuß Halt und verhindern so ein Umknicken, außerdem halten sie Insekten fern. Auch, wenn es inzwischen Schuhe aus Materialien gibt, die besonders luftdurchlässig sind und als Wüstenschuhe verkauft werden: Der Preis für geschlossene Schuhe ist, dass die Füße weniger Luft bekommen und meist doch irgendwie Sand in den Schuh gelangt.

Sonstige Ausrüstung

Zusätzlich mitnehmen sollten Sie eine Wasserflasche (hier reicht eine einfache Mehrwegflasche, die man nach der Reise zurück in den heimischen Kasten stellt) oder ein Trinkrucksack, wenn man längere Wandertouren plant. Die Trinkrucksäcke haben den Vorteil, dass man während des Laufens über einen Schlauch trinken kann, ohne den Rucksack abstellen zu müssen. Im Ergebnis trinkt man häufiger und mehr. Wenn man allerdings vorwiegend im Auto fährt, dann ist so ein Trinksystem eher hinderlich!

Last but not least sollten Sie eine Kopftaschenlampe einpacken. Wenn Sie des nachts einmal aus dem Schlafsack kriechen müssen und beide Hände brauchen, oder auch nur Abends nach Sonnenuntergang etwas essen wollen, dann ist so eine Kopftaschenlampe jedenfalls Ihr Geld wert!

Wir haben für alle unsere Gruppenreisen detaillierte Ausrüstungslisten erstellt, diese schicken wir Ihnen nach Buchung einer Reise oder auch auf Anfrage gerne zu. Damit steht einer unvergesslichen Reise in die Wüste nichts mehr im Wege.

Haben auch Sie Lust, an einer Wüstenreise teilzunehmen? Wir haben auf unserer Homepage das passende Angebot für Sie!

Autor: Gianna Platten