Jordanien und Palästina: Eine Reise beidseits des Jordan

Verfasst am 6. Juni 2010 von Julietta Baums

Notizen von einer Reise

Eines der seltenen Hinweisschilder für Touristen im Jordantal

Die Artikel ist Teil 1 von 10 in der Serie "Jordanienreise Julietta Baums Mai 2010"

Nach dem Ende der Hochsaison und nach der Rückkehr von Ibrahim aus dem Oman überlasse ich das Büro ein paar Tage sich selbst und – verreise. Was macht eine Reiseveranstalterin sonst schon??

Einige Wochen zuvor hatten mich der Global Nature Fund und die NGO Friends of Earth Middle East (FoEME) zu einer Konferenz in Amman eingeladen. Thema: Die drohende Umweltkatastrophe am Jordan. Denn nur noch 2% des Jordanwassers erreichen das Tote Meer. Es ist zu befürchten, dass der “heilige Fluss” bereits im kommenden Jahr austrocknet – mit unabsehbaren Folgen für die Menschen an seinem Ufer, für die Flora und Fauna. Ich soll ein Referat über eine mögliche Erschließung des Tales für den Ökotourismus halten.

Für die Tage vor und nach der Konferenz nehme ich mir die (erneute) Erkundung des Jordantales und des angrenzenden Berglandes um die Araberfeste Adjlun sowie einen Abstecher auf die Westbank vor. Bislang kenne ich Palästina nicht. Für das von uns geplante Projekt “Abrahamspfad” möchte ich die neu entwickelten Trekking- und Wanderpfade südlich von Nablus erkunden.

Außerdem stehen Checks der wichtigsten Hotels im Norden und am Toten Meer an. Diese Informationen sind sowohl für die Gestaltung unserer Katalog- und Privatreisen als auch für die bald wieder anstehende Aktualisierung meiner Jordanien-Reiseführer im Polyglott-Verlag wichtig.

Also mal wieder ein ziemlich strammes Programm, aber ich freue mich nach den anstrengenden Monaten im Büro sehr darauf!

Jordanien und Palästina: Beidseits des Jordan V

Verfasst am 23. Juni 2010 von Julietta Baums

04.05.10: Die Rehabilitierung des Jordan: Konferenz in Amman, 2. Tag, Eco-Tourism als Lösung?

Die Artikel ist Teil 2 von 10 in der Serie "Jordanienreise Julietta Baums Mai 2010"

Der zweite Konferenztag ist der Frage vorbehalten, welche Entwicklungsmöglichkeiten das Jordantal bietet.

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Alan Plattus, ein Architekturprofessor aus Yale, stellt das  Projekt “Friedenspark Baqura” vor. Dort überspannten den Jordan Brücken aus römischer und osmanischer Zeit. Eine dritte Brücke aus der Zeit der britischen Besatzung erhebt sich gleich daneben. Ein mächtiges Stauwerk könnte,  so Prof. Plattus – zu einem Informationszentrum und Museum umgebaut werden. (weiterlesen…)

Jordanien und Palästina: Beidseits des Jordan I

Verfasst am 7. Juni 2010 von Julietta Baums

30.04.10: Flug nach Amman

Modell des neuen Flughafens Amman

Die Artikel ist Teil 3 von 10 in der Serie "Jordanienreise Julietta Baums Mai 2010"

Flug nach Amman

Pünktlich landet die Maschine der Royal Jordanian in Amman. Mich empfängt ein sehr rühriger Herr, der mich in kürzester Zeit durch die Immigration hindurchschleust. Wie immer funktionieren Gepäckausgabe und die üblichen ersten “organisatorischen Maßnahmen” reibungslos. Einzige Einschränkung: mein mobile hat keinen Netzempfang, obwohl dies in der Vergangenheit immer gut geklappt hat. Ich ziehe ein wenig Geld am Automaten in der Ankunftshalle und warte auf meinen Mietwagen, mit dem ich noch an diesem Abend bis nach Madabah fahre. Auf dem Flughafengelände ist eine komplizierte Umleitung eingerichtet: Direkt vor den Toren der beiden alten Terminals wird ein neuer Flughafen gebaut. Die Fertigstellung ist für 2011 geplant – eine angesichts der Enge der bisherigen Terminals und der steigenden Anzahl von Ankünften in Jordanien sicher sehr sinnvolle Investition.

Über die Schnellstraße erreiche ich Madabah innerhalb einer knappen Stunde. In der Lobby des Madaba Inn Hotels erwartet mich Wendy, unsere Agentin vor Ort. Wir beschließen, im Hareth Jdoudna essen zu gehen. In diesem alten, vorbildlich restaurierten Häuserkomplex ist ein landesweit für die Qualität seiner mezze (Vorspeisen) bekanntes Restaurant untergebracht. Da es recht frisch ist, und ich keinen Pullover eingepackt habe, suchen wir uns einen Tisch im großen Gastraum im Obergeschoss des Hauses. Der schöne, weinumrankte Innenhof ist einfach zu kühl. Zu unseren mezze (laut Wendy ist besonders das hummus (Kichererbsenpüree) “erste Sahne”) bestellen wir uns eine Flasche des schmackhaften lokalen Rotweins und lassen die vergangene Saison Revue passieren. Reichlich müde falle ich anschließend ins Bett.

Jordanien und Palästina: Beidseits des Jordan VI

Verfasst am 4. Juli 2010 von Julietta Baums

05.05.10: Von Nablus in die Berge. Trekking nach Duma

Die Artikel ist Teil 4 von 10 in der Serie "Jordanienreise Julietta Baums Mai 2010"
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Am Morgen erwartet uns ein anderer Fahrer mit einem kleinen Minibus, der die Lizenz für die Strecke von Nablus nach Awarta hat. Denn heute wollen wir einen Tag wandern. Unser Ziel ist der Ort Duma, aus dem auch unser Wanderführer Habib stammt. Wir werden heute bei ihm übernachten.

Vorbei an dem lange gefürchteten Checkpoint Huwara erreichen wir Awarta.

Bis auf eine Flasche Wasser nehme ich nichts mit – mittags wollen wir in Aqraba speisen. Unsere Route führt über Feldwege auf den Djabal al-’Urmah. Auf halbem Weg dorthin steht ein Betongerippe. Hier ist eine kleine Rasthütte geplant, die allerdings nach dem Veto der Israelis nicht fertig gebaut werden darf. Trotzdem rasten wir ein wenig im Schatten überhängender Felsen, in die eine kleine Zisterne eingetieft ist. (weiterlesen…)

Jordanien und Palästina: Beidseits des Jordan VII

Verfasst am 5. Juli 2010 von Julietta Baums

06.05.10: Städte, Klöster & Beduinen. Über die Herausforderung, eine Trekkingreise in Palästina zu entwickeln

Die Artikel ist Teil 5 von 10 in der Serie "Jordanienreise Julietta Baums Mai 2010"
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Früh am Morgen trifft unser Fahrer Khader bei Habib ein. Er ist schon um 0600h aufgebrochen, um uns zeitig abzuholen. Nachdem ich am Vortag keine Zeit hatte, mir Nablus anzuschauen, beschließen wir kurzerhand, das Programm ein wenig umzustellen und nochmals in die alte Handelsstadt zu fahren. Ein Umweg, der sich lohnt! Wir laufen durch die Straßen des Suq, der mich wiederum an Damaskus erinnert. Die meisten Geschäfte sind in alten, aus hellem Naturstein gebauten Häusern untergebracht. Breite Bogentüren öffnen sich zu den ebenfalls hell gepflasterten Straßen. (weiterlesen…)