Zum immerhin auf 3000 Metern Höhe gelegene Son Kul gelangt man überhaupt nur in den kurzen Sommermonaten, genauer von Juni bis September. In dieser Zeit leben auch etliche Kirgisen mit ihren riesigen Pferdeherden am See. Der Son Kul ist der größte Süßwassersee Kirgistans, der trinkbares Wasser liefert. Der Son Kul wurde 2011 in die sogenannte Ramsar-Liste eingetragen. Er ist Teil des staatlichen Naturreservats Karatal-Japyryk und bietet sowohl Zugvögeln wie dem Schwarzen Storch und vielen am See brütenden Vögeln eine Heimat. Auch gefährdete Arten wie die Großtrappe und seltene Greifvögel wie der Saker-Falke gehören dazu. Seit dem Jahr 1957 gibt es Fische im See.

Der See ist umgeben von dem “Song-Köl Too” Gebirge im Norden und dem „Borbor Alabas“ und „Moldo Too“ Bergen im Süden. Je nach Tageszeit und Wetter verändert sich die Farbe des Sees von violett über tief blau bis hin zu pink. Die Durchschnittstemperatur des Sees liegt bei -3.5°C, mit -20°C im Januar und 11°C im Juli. Trotz der kargen Steppenlandschaft erlebt man in der Son-Kul Region Natur pur. Neben vielen verschiedenen Kräutern wie Kamille, Salbei, Flechten und Eisenhut gibt es im Frühling auch zahlreiche Blumen, wie das Edelweiß, zu bewundern. Der Son-Kul ist Heimat für etwa 66 Arten von Wasservögeln, wie zum Beispiel verschiedene Arten von Möwen, Enten, Kranichen, Störchen, Falken, Steinadlern usw. Mit etwas Glück sieht man auf der Ebene auch kleinere Tiere wie Füchse, Murmeltiere oder Luchse.
Kirgistan: Son KulMan erreicht den See über eine teils asphaltierte Straße, die von Sary Bulak an das Ostufer führt. Abgesehen von den Sommerjurten der Kirgisen gibt es weder feste Gebäude, noch irgendwelche Geschäfte. Entsprechend einfach ist das Leben; die Nahrung der Kirgisen besteht aus Milch und Milchprodukten (Butter, Frischkäse) sowie Fleisch, selbst gebackenem Brot und nicht zuletzt Fisch aus dem See.

Übernachten kann man bei den kirgisischen Familien in deren Jurten sowie in einem der wenigen „touristischen“ Jurtencamps, die mit ihren einfachen Toilettenhäuschen ein wenig mehr Komfort bieten. Das Innere der Jurten ist farbenfroh in Rottönen gestaltet. Zum Schlafen erhält man als Unterlage Filzteppiche, und als Bettzeug gute warme Decken mit Bezug. Zum nachmittäglichen Tee in einem der „Touristencamps“ gehört neben dem obligatorischen grünen Tee auch Gebäck mit Marmeladen und vor allem selbst geschöpftem Rahm. Geheizt werden die Jurten mit Bulleröfen, in denen Dung verbrannt wird. Das reizt Augen und Schleimhäute nicht unerheblich und stinkt auch ziemlich, ist aber das einzige verfügbare Brennmaterial. Für die tägliche Hygiene stehen oft kleine Waschtische zur Verfügung. Das Wasser wird in die runden Behälter eingefüllt (kalt natürlich), und kann über eine simple Konstruktion quasi im „Einhandbetrieb“ gezapft werden.

Wanderungen am See oder Ausritte lassen sich unkompliziert vor Ort organisieren, und selbst für mehrtägige Trekkings (z.B. über die Bergpässe im Norden) braucht man im Grunde keine Vorab-Buchung, wenn man zeitlich ein bisschen flexibel ist.Kirgistan: Son KulSelbst in den Sommermonaten kann es vollkommen unvorhersehbar schneien. Deswegen sollte man in jedem Fall an warme Kleidung im „Zwiebelschalenprinzip“ und an einen guten, warmen Schlafsack denken. Für Reitausflüge genügen feste Schuhe und ein paar dicke Hosen sowie Chaps, denn die Sattelkonstruktionen sind teils metallverstärkt, und als Bügelriemen werden oft bloß einfache Seile verwendet, die schmerzhafte wunde Stellen verursachen können. Die kirgisischen Pferde sind überaus geländegängig und vor allem sehr ausgeglichen, da sie in der freien Natur in großen Herdenverbänden leben. Selbst Reitanfänger können sich einfache Tagestouren zutrauen, sofern sie denn keine Angst vor den Tieren mitbringen.Kirgistan: Son Kul

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Autor: Eva Kuhl