Wie oft bin ich abends am hell erleuchteten Bauwerk vorbei gefahren – am Dienstag, 7. Februar, durfte ich erstmals die Oper von Muscat auch von innen bewundern! Die Tickets für die Eröffnungssaison waren im Nu vergriffen, daher habe ich mit Spannung den Start des Vorverkaufs für die nachfolgenden Vorstellungen erwartet. Am 4. Januar war es dann soweit – Online-Buchungen konnten durchgeführt werden.
Dabei stellte sich gleich heraus: Für Stars wie Jose Carreras oder die Wiener Philharmoniker war es quasi unmöglich, Tickets zu bekommen. So fiel meine Wahl auf das „Great Arabic Songbook“. Das Multi-Ethnic Star Orchestra von Los Angeles würde Kompositonen von verschiedenen arabischen Künstlern zum Besten geben, unter anderem Umm Kulthum, Muhammad ‘Abd al-Wahhab, Farid El-Atrache, Muhammed Abdo, und Sayyid Darwish. Im zweiten Teil des Konzerts war außerdem ein Gesangspart der Solistin Lilat Khojayan vorgesehen.
Gut eine Stunde vor Vorstellungsbeginn war ich dann bereits vor Ort. Die Karte war, wie geplant, am Schalter hinterlegt. Das hatte schon mal geklappt. Dann der Gang ins Innere. Zuerst ein Metalldetektor wie im Flughafen. Dann die Halle: cremefarbene Wände und Stuck, dazu aufwändig geschnitzte Holzdecken und edle Kristalllampen. Schwere rote Teppiche dämpfen das Geräusch der Schuhe. Alle Ordner und Platzanweiser sind einheitlich in der omanische Nationalbekleidung gewandet.
Um 19.30 Uhr ist der große Moment gekommen, alle haben ihre Plätze eingenommen und die Türen schließen sich. Im Vorfeld wurde immer wieder die ausgezeichnete Akustik gelobt. Ich bin zwar Laie, aber die Tonqualität mutet für mich sehr gut an. Nach 50 Minuten, die wie im Fluge vergehen, ist Pause. Der Kaffee ist für omanische Verhältnisse mit 1 OR teuer und wird in schnöden Pappbechern serviert. Da könnte in Sachen Styling noch etwas nachgebessert werden. Für den zweiten Teil des Konzerts versinke ich wieder in mit rotem Brokat überzogenen Sesseln. An jedem ist übrigens ein Monitor befestigt für die Opernaufführungen.
Viel zu schnell ist dann alles vorbei. Der Schlussapplaus fällt üppig aus, allerdings scheint das hiesige Publikum noch nicht mit den Modalitäten vertraut zu sein, wie man eine Zugabe einfordert. So verlässt das Orchester schließlich ohne ein weiteres Stück die Bühne – und ich mache mich auf den Heimweg. Allerdings nicht ohne den festen Vorsatz, noch mal wieder zu kommen, bevor ich den Oman wieder verlasse. Denn Fotografieren im Inneren ist erlaubt. Daher komme ich beim nächsten Mal auch mit Kamera, um die Pracht der Oper auch im Bild dokumentieren zu können.
Darauf freuen wir uns von nomad schon und danken Sabine Burgstädt, dass Sie uns diesen ersten Erlebnisbericht gerade noch rechtzeitig für unseren Newsletter geschickt hat! (Die Journalistin hält sich derzeit als Stipendiatin der Heinz-Kühn-Stiftung in Oman auf.)







