Iran Team

„Wie viel Trinkgeld soll bzw. kann ich geben und wie viel wird erwartet?“ Das ist eine Frage, die viele unserer Mitreisenden umtreibt. Zu Recht: Trinkgelder sind eine gute Praxis auf Reisen. Zugleich möchte natürlich jede und jeder gern schon vorher abschätzen können, welche Summe sie oder er im Vorfeld einkalkulieren kann, und sei es nur ungefähr. Dabei sollte sich das Thema allerdings nicht zum Problem auswachsen. Trinkgeld drückt ja eigentlich eine gegenseitige Wertschätzung aus und ist keine Pflichtveranstaltung, sondern eine freiwillige, persönliche und rundum positiv begründete Zuwendung. Im Weiteren erhalten Sie Informationen zu Tipps zum Trinkgeld in unseren Reiseländern.

Wir sehen mittlerweile davon ab, in unseren „Letzten Hinweisen“ zu unseren Reisen nach Oman oder in andere Urlaubsländer eine Trinkgeldempfehlung auszusprechen. Der Grund: In den vergangenen Jahren haben wir immer wieder die Erfahrung machen müssen, dass diese Empfehlungen vor Ort teilweise zu Unstimmigkeiten unter den Reiseteilnehmern geführt haben.

Generell lässt sich sagen, dass Dienstleister in Oman wie beispielsweise Taxifahrer etc. einen Festpreis angeben, ein Trinkgeld wird nicht erwartet. Ähnlich verhält es sich in Hotels und Restaurants: Dort ist eine „Service Charge“ bereits in der Rechnung enthalten.  Möchte man dennoch ein Trinkgeld  geben, so können wie hierzulande ca.  10 % des Rechnungsbetrages als Richtwert dienen. Natürlich freuen sich auch Gepäckträger und Zimmermädchen über eine Aufmerksamkeit. Das gilt jedoch weltweit und obliegt der Entscheidung jedes einzelnen.

Für Fahrer, Reiseleiter und Tierführer ein Trinkgeld zu geben ist ebenso weltweit üblich, sofern der Service auch wirklich gut war. Hier haben sich je nach Urlaubsland bestimmte Beträge als Maßstab eingebürgert. In Oman liegen diese Beträge bei ca. drei Euro pro Tag und Person für Reiseleiter und Fahrer bzw. bei ca. zwei Euro für Tierführer.

Das ruft natürlich bei den Teams vor Ort eine gewisse Erwartungshaltung hervor. In diesem Zusammenhang sind zwei Umstände besonders zu beachten. Erstens ist diese Erwartungshaltung individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt: Manche Reiseleiter zum Beispiel – meistens die, denen ihr Job viel Spaß macht – verschwenden darauf kaum einen Gedanken, andere halten Trinkgeld dagegen für selbstverständlich (sofern sie eine gute Leistung zeigen, ist das ja auch nachvollziehbar). Zweitens ist der Tourismus mittlerweile ein maßgeblicher Wirtschaftsfaktor, der weltweit etwa jedem 10. Beschäftigten ein Einkommen verschafft. In Oman wird der touristische Sektor seit Mitte der 1990er Jahre planmäßig gefördert und zu einem rasch wachsenden Wirtschaftszweig entwickelt. Auch für unsere Teams eröffnet er viel versprechende Perspektiven, zu denen auch die Aussicht auf einen Zusatzverdienst durch Trinkgeld gehört.5

Wichtig ist, dass Trinkgeld nie eine Lohnergänzung sein darf. Wir als nachhaltiger Reiseveranstalter achten besonders sorgfältig darauf, unsere Dienstleister vor Ort nach landesüblichen Maßstäben zu bezahlen und sie darüber hinaus zusätzlich – etwa fremdsprachlich- zu fördern. Trinkgeld dagegen erfolgt allein auf freiwilliger Basis. Es sollte sich daher – das ist unsere feste Überzeugung – allein nach der Zufriedenheit mit der erbrachten Leistung richten und nicht nach festgelegten Vorgaben.

Autor: Eva Kuhl