Der Alltag hat uns wieder und ich war gleich nach der Turkmenistan auf dem Kirchentag, um unseren Verlagsstand zu betreuen – also ein echtes Kontrastprogramm.

Das Erlebte konnte schon ein bisschen „sacken“ und hier kommen ein paar Eindrücke und Anmerkungen. Nachdem unsere Visa auf den letzten Drücker kamen, war die Einreise umso unproblematischer. Der erste Tag in Ashgabat war prall gefüllt, wobei der Tolkuchka-Bazar ein bisschen steril wirkt. Ziemlich außerhalb der Stadt und auf dem großen Gelände in modernen Hallen ist nicht viel Atmosphäre zu spüren – da ist der zwar deutlich kleinere Bazar in Balkanabat viel lebendiger und die Menschen dort auch offener.

Das Kopetdag-Gebirge und die Bergdörfer sind interessant auch für Wanderungen, da könnte man einen Tag mehr einplanen. Die Familien bei denen wir übernachtet haben waren sehr gastfreundlich (als kleines Gastgeschenk eignen sich Markenprodukte Made in Germany wie z.B. Nescafe, Creme, Seife usw. Die Produkte gibt es alle im Land und sie werden dort auch hergestellt, sind aber von schlechterer Qualität).

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Den Abstecher nach Serdar haben wir ausgelassen. Dafür hatten wir genug Zeit, ausgiebig durch die Ruinen von Deisten zu stöbern. Yangikala ist natürlich ein Muss und einfach großartig! Und die Übernachtung oben auf dem Bergsporn mit einer irren Aussicht, einfach toll – und mächtig windig.

In den Oasen der Karakum sind die Menschen ausgesprochen offen und freundlich, Fotografieren ist ausdrücklich erwünscht! Leider haben wir eine turkmenische Hochzeit um einen Tag verpasst, wir mussten uns auf den Rückweg machen bevor das Fest losging.

Die Umgebung von Repetek haben wir nach Absprache zugunsten eines ausgiebigen Besuchs von Margush gestrichen. Ich glaube, das ist viel spannender – auch für Nicht-Archäologen – weil man ja wirklich noch viel sehen kann.

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Von Mary haben wir nicht sooo viel gesehen, aber ich glaube, die Stadt hat noch sowjetisches Flair und lohnt einen längeren Aufenthalt.

Mit unserem Reiseleiter haben wir wieder einen Volltreffer gelandet! Dima kennt sich einfach unglaublich gut aus: egal ob bei den Offroad-Touren, bei den Menschen in den Dörfern (von denen er viele schon seit vielen Jahren sehr gut kennt) und den vielen archäologischen Highlights. Außerdem macht er am liebsten die langen Touren, also mindestens 2 Wochen, bei denen sich Reiseleiter und Teilnehmer viel besser kennenlernen als bei den Kurztrips. Zusammen mit seinem Neffen Ilja hat er uns mit so vielen Menschen bekannt gemacht, so viele besondere Orte gezeigt, russische und turkmenische Küche geboten, in der Wüste gebadet, geangelt und frischen Fisch gebraten – kurz gesagt: wir haben unglaublich viel vom Land gesehen und miteinander viel gelacht und Spaß gehabt. Die beiden haben sich nicht bürokratisch ans Programm gehalten, sondern immer überlegt, was sinnvoll ist und was uns Spaß machen könnte – wir hätten natürlich auch auf Einhaltung des Programms bestehen können. Und wir haben ganz viele Infos zu Land und Leuten bekommen, die sicherlich nicht immer der offiziellen Präsidial-Linie entsprechen.

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Also: eine tolle Reise, die den Euro-Zentrismus mal so richtig in Frage stellt und die Sicht auf Zentralasien mal in eine ganz neue (und realistische) Richtung lenkt. Fünf Sterne und sehr zu empfehlen!

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Weitere Informationen zu unserer Turkmenistan Wüstenreise: Expedition Karakum

Autor: Antje Harjes