Wandern in Kirgistan

Obwohl Kirgistan bei Wanderern und Reitbegeisterten schon länger ein Geheimtipp ist, steckt der Tourismus noch in den Kinderschuhen. Auch in der Hauptreisezeit ist das Land nicht überfüllt und man hat viele Wanderwege und Sehenswürdigkeiten noch fast für sich allein. Hier stelle ich die schönsten Wanderungen in Kirgistan vor – von Tageswanderungen bis Mehrtagestrekkings ist hier für jeden was dabei.

Wanderungen in Kirgistan: Ala-Archa Nationalpark

Nur 40 km von der Hauptstadt Bishkek entfernt liegt der Ala-Archa Nationalpark. Hier gibt es diverse Wanderwege zu entdecken, auch Tagesausflüge sind möglich.

Der Ala Archa River Trail eignet sich optimal für einfache Wanderungen. Dieser idyllische Weg führt immer am Fluss entlang durch das Tal. Eine weitere Wanderung führt zum Ak-Saj Wasserfall und weiter bis zur Ratsek Hütte und dem Ak-Saj Gletscher. Während die Wanderung mit einer Länge von 4km noch relativ entspannt ist, empfiehlt sich für die weiteren 2km zur Ratsek Hütte schon ein ganzer Tag. Ab dem Wasserfall endet die entspannte Tour und man muss teilweise klettern und steiles Terrain bewältigen, dafür lohnt jedoch der Blick von 3.200 Metern.

Weitere Informationen
Eine Google Maps Karte mit den genannten Punkten finden Sie hier. Da der Weg jedoch steil ist, sollte man für die 6 km lange Wanderung bis zur Ratsek Hütte lieber den ganzen Tag einplanen. Obwohl der Nationalpark nur 40 km von Bishkek entfernt ist, ist die Anreise mit dem Mietwagen oder Taxi zu empfehlen. Mit dem öffentlichen Minibus (Marschrutka 265) kommt man nur bis nach Kashka Suu. Von dort muss man entweder auf eine Mitfahrgelegenheit hoffen oder bis zum Alplager, welches rund 12 km entfernt ist, wandern.

Wanderung nach Altyn Arashan

Die Wanderung nach Altyn Arashan beginnt in Karakol beziehungsweise im kleinen Ort Ak Suu etwas außerhalb der Stadt. Der Weg von Ak Suu nach Altyn Arashan ist einfach zu finden und zu gehen. Man geht fast durchwegs auf der Jeep-Fahrstraße am Fluss entlang. Die Steigung wird hier zunehmend mehr und erreicht kurz vor Altyn Arashan ihren Höhepunkt. Oben angekommen sieht man bereits ins Tal und die zahlreichen Camps, welche mittlerweile entstanden sind. Fast alle bieten Campingmöglichkeiten und Jurten an, vereinzelt gibt es auch Gästezimmer im Haupthaus. Wer also nicht sein eigenes Zelt mitgenommen hat, kann zwischen verschiedenen Unterkünften wählen. Diese kann einfach vor Ort oder über eine Agentur im Voraus gebucht werden. Manche Camps sind auch bereits auf Buchungsplatformen vertreten.

Das Besondere an Altyn Arashan sind die heißen Quellen. Fast jedes Gasthaus oder Camp hat ein privates, oft gemauertes Bad für seine Gäste. Alternativ kann man auch die kostenlosen Quellen etwas außerhalb des Ortes aufsuchen. Wer von Ak Suu kommt, biegt vor dem ersten Camp rechts in einen Weg ein, welcher zuerst gerade Richtung Fluss und später dann am Hang entlang rechts weg biegt. Am Ende des Weges nach etwa 15 bis 20 Minuten Gehzeit erreicht man zwei gemauerte Becken, einmal in Form eines Frosches und einmal näher am Fluss gelegen in einer offenen Höhle.

Von Altyn Arashan aus lassen sich auch noch mehr Tages- und Mehrtagestouren unternehmen. Ein Weg führt beispielsweise auch hoch zum Ala Kul.

Weitere Informationen
Die Anreise erfolgt mit dem öffentlichen Minibus (Marschrutka 350) oder dem eigenen Mietwagen bis Ak Suu. Alternativ kann auch ein Taxi genommen werden. Die Wanderung von Ak Suu bis Altyn Arashan dauert etwa 4 Stunden und kann von jedem mit durchschnittlicher Kondition gut bewältigt werden.
Altyn Arashan

Wanderungen in Kirgistan: Altyn Arashan

Wanderungen in Kirgistan: der Ala Kul

Die wohl bekannteste Tour nahe Karakol hinauf zum Bergsee Ala Kul wird von den meisten in einer Mehrtagestour von Karakol aus gegangen. Wer jedoch zuerst nach Altyn Arashan gekommen ist, kann auch von dieser Seite zum See gelangen. Hierfür sollte man jedoch sehr früh aufbrechen, denn der Tag ist lang.

Zuerst geht es noch leicht ansteigend über grüne Wiesen und zumeist dem Fluss folgend dahin bis man am Fuße des Ala Kul Passes ankommt. Hier gibt es für Leute mit mehr Zeit auch die Möglichkeit in Jurten oder Zelten zu übernachten. Wer am selben Tag wieder nach Altyn Arashan zurück muss, der wird es wohl nur auf den Pass hinaufschaffen. Von dort genießt man einen wunderbaren 360 Grad Rundblick – im Norden die sattgrünen Wiesen, über welche man von Altyn Arashan gekommen ist, im Süden der strahlend blaue Ala Kul See und im Hintergrund die Gipfel des Tien Shan.

Wer mehr Zeit hat, steigt vom Pass hinunter zum See und geht weiter zur Sirotu Hütte und dem nahegelegenen Jurtencamp. Von dort ist Karakol beziehungsweise der Eingang des Nationalparks nur noch einen Tagesmarsch entfernt.

Die meisten Wanderer kommen aus Karakol und heben sich die heißen Quellen in Altyn Arashan für das Ende auf. Besonders Fleißige starten unweit von Jety Oguz und hängen hier einen weiteren Wandertag an.

Weitere Informationen
Diese Wanderung kann entweder am Eingang zum Nationalpark unweit von Karakol oder in Ak Suu (siehe Wanderung nach Altyn Arashan) gestartet werden. Mit dem Taxi oder der Marschrutka 101 kommen Sie bis direkt zum Nationalparkeingang. Die gesamte Tour dauert etwa 3 Tage und wird meistens folgendermaßen unterteilt: Tag 1: Anreise und gemütliche 4-6 Stunden Wanderung bis zur Sirotu Hütte. Tag 2: Steil bergauf zum Ala Kul See und über den Pass bis Altyn Arashan. Für diese Strecke braucht man etwa 9-12 Stunden. Alternativ kann man auch nach der Passüberquerung direkt übernachten und an Tag 3 bis Ak Suu wandern. Tag 3: je nachdem wo man übernachtet hat, liegen noch 4 oder 8 Stunden vor einem, die Strecke geht jedoch größtenteils bergab. Prinzipiell sollte man eine gewisse Fitness mitbringen, wer jedoch in Jurten und festen Camps übernachtet, kann diese Tour in jedem Fall gut durchführen. Gegebenenfalls sollte man lieber eine weitere Übernachtung einplanen. Übernachtet werden kann in diversen Camps nahe der Sirotu Hütte, nach dem Pass und in Altyn Arashan. Alternativ kann man entweder sein eigenes Zelt mitnehmen oder sich eines in einem der Trekking-Geschäfte in Karakol ausborgen. Ein Guide ist nicht zwingend notwendig, kann jedoch mitsamt Transfer und Equipment in Karakol oder bereits aus Deutschland organisiert werden. Eine Karte finden Sie hier.
Ala Kul Lake

Wanderungen in Kirgistan: Alakul Lake

Trekking von Kyzart nach Song Kul

Während die meisten Touristen mit dem Auto von Kochkor zum Song Kul fahren oder sich einer Pferdetrekkingtour anschließen, kann man den Weg vom Kyzart Pass zum Bergsee auch zu Fuß bewältigen. Für diese entspannte Mehrtageswanderung sollte man sich mindestens zwei Tage Zeit nehmen. Unterwegs gibt es viele Jurtencamps und Möglichkeiten zum Zelten.

Ausgangspunkt der Touren ist der Kyzart Pass, nahe dem gleichnamigen Ort. Von dort geht es über Steppen und Hügel nach Kilemche. Hier trifft man auf viele Nomadenfamilien mit ihren Tieren. Die meisten bieten mittlerweile eigene Jurten für Gäste und Verpflegung an. Dies ist eine gute Möglichkeit sich durch die kirgisische Küche zu kosten und Kraft für den nächsten Tag zu tanken.

Der zweite Tag der Wanderung führt bis ans Nordufer des Song Kul. Unterwegs muss man noch einen rund 3.500 Meter hohen Pass überqueren. Bei gutem Wetter bietet sich hier eine grandiose 360 Grad Aussicht. In der Ferne ist nun bereits der Song Kul zu erkennen – das Ziel der Wanderung. Nun ist es nicht mehr weit und der Weg führt fast ausschließlich eben oder bergab dahin.

Am See angekommen empfiehlt es sich noch eine weitere Nacht in einer Jurte zu verbringen und erst am nächsten Morgen mit dem Auto zurück nach Kochkor zu fahren.

Weitere Informationen
Die Anreise findet am besten per Taxi von Kochkor statt. Gestartet wird am Kyzart Pass. Die Wanderungen dauern etwa 4-6 Stunden pro Tag. Eine Karte finden Sie hier. Die Übernachtungen können einfach in Kochkor oder bereits in Deutschland organisiert werden – ein Zelt ist daher nicht notwendig. Bei den Übernachtungen in den Jurten ist immer auch Frühstück und Abendessen inkludiert, Snacks für die Mittagszeit sollten Sie sich am besten mitnehmen. Die Wanderung führt zwar über einige Pässe, ist jedoch bereits für Menschen mit durchschnittlicher Kondition zu bewältigen.

Lenin Peak Base Camp: Wandern an der Grenze zu Tadschikistan

Lenin Peak oder eigentlich Peak Abuali ibn Sino ist mit seinen 7.134 Metern der zweithöchste Berg Kirgistans und Tadschikistans und erhebt sich im Pamir Gebirge zwischen den beiden Ländern. Das Base Camp kann über eine teils abenteuerliche Piste erreicht werden. Auf dieser Hochebene am Fuße der Gebirgskette haben sich viele Camps angesiedelt, welche als Ausgangspunkt für die Besteigung des Peak Lenin genutzt werden.
Doch nicht nur für Bergsteiger lohnt sich ein Aufenthalt. Wer von Kirgistan weiter auf den Pamir Highway nach Tadschikistan möchte, dem sei ein Aufenthalt von mindestens zwei Nächten zur Akklimatisierung empfohlen. Zudem bietet sich mit der Wanderung zum sogenannten Travellers Pass eine schöne Tagestour an. Vom Base Camp erreicht man den Pass in etwa 3 Stunden und 500 Höhenmetern. Oben angekommen kann man an klaren Tagen einen wunderschönen Ausblick auf den Gebirgszug und Peak Lenin genießen.

Weitere Informationen
Eine Karte benötigt man nicht – man folgt einfach den anderen Wanderern auf den vorhandenen Pfaden. Die Anreise zum Base Camp erfolgt am besten mit einer organisierten Tour oder dem eigenen Mietwagen. Mittlerweile haben sich schon diverse Camps angesiedelt, welche über Agenturen oder vor Ort gebucht werden können.

Selbstverständlich ist dies nur die Auflistung einiger Wanderungen, welche bei weitem nicht als abgeschlossen anzusehen ist. Kirgistan hat viel mehr zu bieten, vor allem für Naturliebhaber und Wanderer. Viele Gegenden sind noch gänzlich vom Tourismus unerschlossen und warten darauf entdeckt zu werden, doch auch die bekannten Wanderungen sind nicht überlaufen und angenehm zu unternehmen.

Weitere Informationen
Sie möchten dieses wunderschöne Land selbst kennen lernen und Wanderungen in Kirgistan erleben? Auf unserer Website finden Sie unsere Reisen nach Kirgistan und seine Nachbarländer. Sie haben noch weitere Fragen oder planen eine individuelle Reise? Unsere Zentralasien Expertin Nadja erreichen Sie per Mail unter n.brenning@nomad-reisen.de oder telefonisch unter +49-221-669625-14
Autor: Jennifer Daxböck