nomad klimafreundliche und müllfreie Reise Oman

Unsere Jubiläums-Reise zum 25-jährigen Bestehen von nomad – das Kameltrekking in der Rub al-Khali (Oman) – ist rundum als nachhaltige und klimafreundliche Reise gestaltet. Aber was bedeutet das genau, und wie stellt nomad sicher, dass Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit nicht bloß leere Versprechen sind?

Nachhaltigkeit: Was ist das genau?

Immer mehr Menschen wählen ihre Reise auch nach nachhaltigen Gesichtspunkten aus. Wirtschaftet der Reiseveranstalter, dem ich mich anvertraue, umweltverträglich? Wie hoch ist die Klimabelastung, die durch meine Fernreise entsteht? Was passiert mit dem entstandenen Müll? Landet der irgendwo in der Landschaft, auf einer ungesicherten Mülldeponie oder gar im Meer? Werden die Reiseleiter, Fahrer und Tierführer vor Ort angemessen bezahlt? Kann ich sicher sein, dass ich im Reiseland willkommen bin, weil alle Beteiligten etwas von meinem Aufenthalt haben? Diese und viele weitere Fragen stellen wir von nomad uns seit Jahren, haben entsprechend unsere gesamte Wertschöpfungskette beleuchtet und nach Lösungen gesucht.

Ein sichtbarer Beleg für unsere Nachhaltigkeit ist das CSR-Tourism-Siegel, welches wir bereits im Jahr 2009 als einer der ersten deutschen Veranstalter erworben haben und für das wir uns regelmäßigen rezertifizieren lassen.

CSR Tourcert-Sigel für nomad

CSR bedeutet Corporate Social Responsibility. Das renommierte und unabhängige Öko-Label CSR-Tourism zeichnet Unternehmen aus, die sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellen und ihre Geschäftspraxis von unabhängigen Fachleuten im Hinblick auf die ökonomischen, ökologischen und sozialen Auswirkungen untersuchen lassen. Dieses umfangreiche Audit umfasst die gesamte Wertschöpfungskette: Von den Mitarbeitern im nomad-Büro in Gerolstein bis zur Mahlzeit im omanischen Wüstencamp wird alles einer genauen Prüfung unterzogen. Das bietet nicht nur unseren Kunden eine hohe Verlässlichkeit, sondern ist auch für uns jedes Mal ein enorm spannender Prozess.

Eine nachhaltige und klimafreundliche Reise: Wie geht das konkret?

Über unser Sigel hinaus möchten wir am Beispiel unserer Jubiläumsreise verdeutlichen, wie wir unser Versprechen halten. Wie erreichen wir, dass unsere Jubiläumsreise eine klimafreundliche und nachhaltige Reise ist?

Zeltübernachtungen

Einsames Zelt in der Sandwüste

Zum Beispiel über die Auswahl der Übernachtungen: Fast die Hälfte aller Übernachtungen bei nomad sind Zeltübernachtungen oder Dachzeltübernachtungen ohne jeden CO²-Ausstoß. Das ist für uns insofern von großer Bedeutung, als wir in fast allen unseren Zielländern auf Geländewagen als dem gängigen Transportmittel angewiesen sind bzw. unsere Routen solche Fahrzeuge erfordern. Deren CO²-Emissionen haben wir durch die Zeltübernachtungen mehr als kompensiert. Mit den gewonnen Daten können wir sogar belegen, dass unsere Geländewagenreisen dank der häufigen Nächte im Camp eine bessere CO²-Bilanz aufweisen als die meisten Hotelrundreisen. Das Gleiche gilt für die Gäste, die eines unserer Dachzelte in Oman gemietet haben und damit das Land auf eigene Faust erkunden.

Im Falle unserer Jubiläumsreise sind 11 von 14 Übernachtungen Zeltübernachtungen. In diesen Nächten verbrauchen wir gar keinen Strom. Die Mahlzeiten bereiten wir beispielsweise auf einem zweiflammigen Gaskocher zu.

Feste Unterkünfte

Wir bevorzugen ansonsten kleine, familiengeführte Unterkünfte. Das große Plus für unsere Gäste ist, dass sie so einen ungezwungenen Kontakt zu den Gastgeberinnen und Gastgebern haben können und oftmals in liebevoll gestalteten, für die Region typischen Häusern wohnen. Unsere Zusammenarbeit fördert das Selbstbewusstsein kleiner Initiativen und lokaler Gemeinschaften und stärkt die lokale Wirtschaft, da die Erträge direkt und vollumfänglich vor Ort verbleiben und dort investiert werden können. Im Schnitt bewegen sich die CO²-Emissionen dieser Gasthäuser und kleinen Hotels deutlich unter denen der Sterne-Hotels.

Oman Dhofar Salalah Strand

Bei unserer Jubiläumsreise haben wir uns allerdings für ein Appartment-Hotel entschieden. Das liegt zum einen daran, dass es im Süden Omans keine Gästehäuser gibt, zum zweiten hat es damit zu tun, dass wir so den Stromverbrauch (u.a. für Klimaanlagen) besser regulieren können und unser zweites Ziel, nämlich eine müllfreie Reise zu gestalten, umsetzen können.

Regionale Küche: Die Sache mit dem „Slow Food“

Slow Food Oman

Wir sind überzeugt, dass lokale, kleine Unterkünfte generell klimafreundlicher sind als größere Häuser. Das hat nicht nur mit Klimaanlagen und der Ausstattung der Hotels zu tun, sondern auch mit dem Essen. Denn in der Regel werden wir in diesen Unterkünften (wie auch während der Zeltübernachtungen von unseren Reiseleiterinnen und Reiseleitern) mit regionaler Küche verwöhnt. Die hierfür verwendeten Lebensmittel stammen zumeist aus der unmittelbaren Umgebung. Das ist „Slow Food“ in Reinkultur, ohne dass unsere Partnerinnen und Partner vor Ort diesen Begriff jemals gehört hätten. Durch die kurzen Transportwege ist unsere Verpflegung wiederum klimafreundlicher (und deutlich müllärmer) als die Verpflegung in den großen Hotelketten.

Oman Dhofar Fischer am Strand

Müllvermeidung: Stichwort „Zero Waste“

Bei unserer Jubiläumsreise gehen wir sogar noch einen Schritt weiter: Denn wir gestalten diese Reise müllfrei. Für die drei Nächte in Salalah wohnen wir in einem Appartment-Haus, in dem unser Reiseleiter Ibrahim auch das Frühstück selbst zubereitet und damit sicherstellt, dass unsere Lebensmittel ohne Umverpackung direkt aus der Umgebung kommen.

Natürlich verzichten wir auch während unserer Zeit in der Wüste auf Umverpackungen und – das übrigens seit vielen Jahren – auf die problematischen Einwegflaschen für Trinkwasser. Stattdessen verwenden wir hochwertige Weithals-Trinkwasserkanister aus Deutschland, die problemlos gereinigt werden können und die wir mit sauberem Trinkwasser befüllen.

Oman Brotbacken in der Rub al-Khali

Eine besondere Herausforderung ist müllfreies Fliegen. Wie wir dieses Problem gelöst haben, beschreiben wir in diesem Artikel zum Müllfreien Fliegen.

Ebenso spannend ist das Thema müllfreie Hygiene auf Reisen. Wie das geht? Verraten wir in einem Blogartikel im Oktober!

Transport

Oman Rub al-Khali Kamelherde

Die Tagesetappen legen wir zu Fuß zurück; unser Tagesgepäck tragen Kamele. Alle unvermeidbaren CO²-Emissionen – also den bei Flügen, Transfers, dem Gepäcktransport in der Wüste und übrigens auch den während der drei Hotelübernachtungen entstehenden Kohlendioxid-Ausstoß – haben wir gemeinsam mit unserem Partner atmosfair nach dem anerkannten VDR-Standard berechnet. Diese Emissionen kompensieren wir vollständig. Bei der Berechnung haben wir z.B. auch den höheren Spritverbrauch der Fahrzeuge auf sandigem Untergrund berücksichtigt.

Partner

All diese Ideen zu unserer nachhaltigen und klimafreundlichen Reise könnten wir ohne unsere Partner in Oman nicht umsetzen!

Vor Ort arbeiten wir mit dem Omani Ibrahim al-Balushi zusammen, der seit fast zwanzig Jahren unsere Gäste betreut, sich um ihr leibliches Wohlergehen kümmert und zudem ein partnerschaftliches, von Wertschätzung geprägtes Verhältnis zu den vielen Menschen hat, die unsere Reisen letztlich in die Tat umsetzen. Ibrahim kennt als Einheimischer die Lebensumstände und ist als Omani zudem in der Lage, unsere Ideen und Pläne in die Denkweise der Menschen Omans zu „übersetzen“ und unsere Mitarbeiter im Land vom Wert nachhaltiger Reisen zu überzeugen.

Oman Reiseleiter nomad Ibrahim al-Balushi

Oft handelt es sich bei unseren Partnern um Kleinst-Unternehmen wie Tierführer, deren Inhaber in der Zusammenarbeit mit uns unternehmerische Eigeninitiative entwickeln, sich aus- oder weiterbilden bzw. den Wert einer Aus- und Weiterbildung für ihre Kinder erfahren und für diese umsetzen, gar finanzieren können.

Vielleicht leisten wir damit auch einen kleinen Beitrag zum Wissenstransfer und der Weiterentwicklung unserer Reiseländer hin zur Nachhaltigkeit.

Oman Rub al-Khali Dünenmeer

Bei unserer Jubiläumsreise begeben wir uns allerdings eher auf die Spuren nomadischer Nachhaltigkeit. Denn die Bedu, die seit Menschengedenken in diesen wüsten Landstrichen leben, hatten gar keine andere Wahl, als sorgsam mit den natürlichen Ressourcen umzugehen. Ob unser Tagesablauf oder das Brotbacken im Sand – die Lebensweise der Bedu in der Rub al-Khali und Nomaden in anderen Wüsten hat uns letztlich dazu inspiriert und befähigt, die Idee unserer Jubiläumsreise überhaupt in die Tat umzusetzen.Oman Rub al-Khali Kamelhirte

Autor: Julietta Baums