Wie könnte man ein Land und dessen Kultur besser kennen lernen, als durch die Begegnung mit seinen Einwohnern? Zeigen Sie Interesse an deren Lebensweise, respektieren Sie deren Religion und Kultur – Sie werden sicherlich dafür belohnt. Vielleicht ergibt sich während Ihres Aufenthaltes die Gelegenheit, ein Fest mitzuerleben. Es eröffnen sich lebendige Eindrücke, sofern Sie die Bereitschaft aufbringen, einige Einschränkungen in Kauf zu nehmen.

Wir stellen Ihnen hier die wichtigsten Feiertage des Islam, die meist in Verbindung mit dem Propheten Mohammed stehen und einen wesentlichen Bestandteil der nationalen Identität darstellen, vor. Das Festjahr der Muslime richtet sich nach dem Mondkalender, weshalb sich die Feste jedes Jahr um etwa 10-11 Tage verschieben.

Einschränkungen werden Sie vor allem während des Fastenmonats Ramadan, der es Muslimen mit wenigen Ausnahmen (etwa Schwangeren, alten Menschen und Kindern) untersagt, zwischen Sonnenauf- und -untergang Getränke, Speisen oder Genussmittel zu sich zu nehmen, auf sich nehmen müssen. Die Menschen sind deshalb oft etwas gereizt und würden es auch einem Nicht-Muslim übel nehmen, wenn er diese Regeln brechen sollte. Alle Restaurants außerhalb der Hotels bleiben in dieser Zeit geschlossen, die Öffnungszeiten von Behörden und Museen beschränken sich oft auf die Morgenstunden. Auf einen trägen Vor- und frühen Nachmittag folgt kurz vor Einbruch der Dämmerung hektische Betriebsamkeit. Jeder versucht rechtzeitig zum Iftar, dem Fastenmahl, nach Hause zu kommen. Am Abend und in der Nacht wird alles nachgeholt, was am Tag zu kurz kam: Lokale und Läden öffnen bis tief in die Nacht, Souks und Shopping-Malls scheinen dem Besucherandrang kaum standhalten zu können.

Moschee

Am Ende des Fastenmonats wird Eid al-Fitr, das große Fastenbrechen, gefeiert. Zusammen mit dem Eid al-Adha zur Feier der Wallfahrt nach Mekka (Hajj) bildet es den Höhepunkt des islamischen Festkalenders. Beide Feste sind in der islamischen Welt ausgesprochene Familienereignisse; zentraler Bestandteil ist jeweils ein Tieropfer, das im Fall des Eid al-Adha an die Bereitschaft Abrahams, auf Allahs Aufforderung hin seinen Sohn zu opfern, erinnert. Doch Allah reichte das Gottvertrauen, das Vater und Sohn ihm zeigten, und gebot rechtzeitig Einhalt. Vater und Sohn opferten daraufhin aus Dankbarkeit einen Widder. In der ganzen islamischen Welt werden zu diesem Anlass Schafe oder andere Tiere geschlachtet; Familien, Freunde und Bekannte besuchen sich gegenseitig und essen gemeinsam. Oftmals werden Speisen an Bedürftige verteilt, Kinder erhalten neue Kleidung und Geschenke. Viele Menschen nutzen den Tag auch, um ihren verstorbenen Angehörigen auf den Friedhöfen zu gedenken.

Neben den beiden Eid-Festen sind das islamische Neujahr (Hijra) und der Geburtstag des Propheten Mohammed (Maulid al-Nabi) die wichtigsten Festlichkeiten der Muslime.

Feiertage 2017

Beginn des Ramadan: 27. Mai 2017

Eid al-Fitr: 25. Juni 2017

Eid al-Adha: 01. September 2017

Hijra: 21. September – 19. Oktober 2017

Maulid al-Nabi: 01. Dezember 2017

 

 

Autor: Eva Kuhl