Mit der Jubiläumsreise, einem müllfreien und klimafreundlichen Kameltrekking in der Rub al-Khali wagt sich nomad Reisen auf absolutes Neuland. nomad hat eine Reise kreiert, die weltweit einzigartig ist. Viele aus der Reisebranche haben gefragt, wie sie auf die Idee zu der Jubiläumsreise kamen und wie nomad die Ideen in die Tat umgesetzt haben. Wibke Rissling-Erdbrügge von WRE Training für Touristiker hat der Produktmanagerin Natalie dazu ein paar Fragen gestellt.

Eure Jubiläumsreise zum 25-jährigen Bestehen von nomad ist etwas ganz Besonderes. Wie kommt man auf die Idee, eine solche Reise zu organisieren?

Ein Kameltrekking in der Rub al-Khali anzubieten war schon seit vielen Jahren der große Traum unseres omanischen Partners Ibrahim al-Balushi. Bei jeder Reise durch dieses abgeschiedene Wüstengebiet hielt er Augen und Ohren offen, um einen Beduinen zu finden, der uns mit seinen Kamelen in der Wüste begleiten kann. Während einer unserer nomad-Gruppenreisen im Jahr 2017 hat er dann tatsächlich eine sehr nette Beduinenfamilie kennen gelernt, die eine große Kamelherde besitzt.

Das war der Startschuss! Oman ist zwar momentan unser wichtigstes Reiseziel, aber auch in vielen anderen Destinationen sind Wüstenreisen und besonders Trekking mit Kamelen ein Herzstück unserer Gruppenreisen.  Diese Reise vereint also Vieles, was Reisen mit nomad einzigartig macht!

Der Schritt, daraus eine müllfreie und nachhaltige Reise zu machen war kurz, denn die Beduinen in der Wüste Rub al- Khali lebten viele Jahrhunderte lang absolut nachhaltig. Ihre Ressourcen wie zum Beispiel Wasser und Nahrungsmittel, aber auch Weideland waren sehr begrenzt: Alles musste langlebig sein und wurde wiederverwendet. Diese Lebensweise haben wir bei nomad als Vorbild gesehen und über die Jahre unglaublich viel von den Beduinen gelernt.  Vor allem wie man überhaupt in der Wüste überleben kann und wie man mit knappen Ressourcen auskommt. Dieses Wissen geben wir gerne an unsere Gäste weiter!

 

Frische Kamelmilch wird zum Transport abgefüllt.

Unsere Reisenden naschen vom Honig eines einheimischen Imkers.

 

 

 

 

 

 

Wieso habt Ihr den Oman als Reiseland für die Jubiläumsreise ausgewählt?

Es war uns wichtig, dass unsere Jubiläumsreise in einem Land stattfindet, das uns schon lange begleitet und uns nach wie vor selbst begeistert. Das Sultanat hat bei nomad einen ganz besonderen Platz. Es war nach dem Jemen eines unserer ersten Reiseländer. Wir haben übrigens sehr gute Erfahrung mit Pionierarbeit in Oman! nomad war der erste deutsche Veranstalter überhaupt, der Gruppenreisen in Oman durchgeführt hat. Wir waren auch diejenigen, die Dachzeltreisen in Oman entwickelt haben.

Uns verbinden zudem enge, sogar familiäre Kontakte zu Oman. Besonders für mich, nachdem ich dort fünf Jahre gelebt und gearbeitet habe, ist Oman eine zweite Heimat geworden.

Aus den Dattelblättern werden Säcke zur Aufbewahrung hergestellt.

Für Gäste werden die frischen Datteln auf großen Tellern ausgelegt.

 

 

 

 

 

 

Was war die größte Herausforderung bei der Planung der Reise?

Nachdem wir nach vielen Jahren endlich einen Partner für das Kameltrekking gefunden hatten, dachten wir eigentlich, dass die größte Herausforderung gemeistert war.

Es stellte sich jedoch heraus, dass die An- und Abreise bis zu den Beduinen der schwierigste Teil ist. Man wird genau genommen, zum Beispiel während des Fluges, gezwungen Plastikmüll zu erzeugen, obwohl es sehr einfach wäre diesen zu vermeiden. So habe ich im Sommer bei einem Selbstversuch getestet, ob man überhaupt plastikmüllfrei fliegen kann. Über meine Erfahrungen habe ich bereits einen Blogartikel geschrieben.

Bei der Planung der Jubiläumsreise ist uns aufgefallen, wie sehr Plastik(müll) Einzug in den Alltag gefunden und sich teils sogar unverzichtbar gemacht hat. Unsere Reisen sind seit vielen Jahren durchweg umweltfreundlich und nachhaltig konzipiert. So setzten wir zum Beispiel seit Anbeginn bei allen unserer Reisen mit Zeltübernachtungen Trinkwasserkanister ein, um Einweg-Plastikflaschen zu vermeiden. Aber bei dieser Reise hat uns der Eifer einer 100%ig müllfreien Reise gepackt. Erstmals haben wir uns auch Gedanken darüber gemacht, wie auch die Reisenden zum Beispiel beim Thema Hygiene selbst auf Plastik verzichten können. Tja, und auch dazu habe ich wieder mal viel von den Omanis gelernt! Ein guter Freund und Gewürzhändler aus Nizwa hat mich bei der Suche nach traditionellen omanischen Alltagshelfern tatkräftig unterstützt. Er nahm  mich mit in den alten Tante Emma Laden seines Vaters und präsentierte mir unter anderem traditionelle Shampoos, Deos und sogar Zahnbürsten, vollkommen müllfrei aus nachwachsenden Rohstoffen!  Den Einsatz meiner neu erworbenen Schätze habe ich dann von Frauen der älteren omanischen Generation gelernt. In Zeiten von Google und unpersönlichem Internetshopping ein ganz besonderes Erlebnis für mich!

 

Meine persönliche Ruheoase: Ein Spaziergang zum Sonnenaufgang in der Wüste

Eine meiner Neuentdeckungen aus dem omanischen Tante Emma Laden.

 

 

 

 

 

 

Was reizt Dich an der Reise und wieso setzt Du Dich für Nachhaltigkeit ein?

Ich habe während meiner Zeit in Oman mit eigenen Augen gesehen, wie das Land durch den vielen Abfall, der unachtsam in die Natur geschmissen wird, an seiner Schönheit verliert. Ein immer wiederkehrendes, sehr trauriges und einschneidendes Erlebnis.

Dadurch lebe ich selbst weitestgehend plastikfrei und habe viel „Ersatzprodukte“ aus Oman mitgebracht, zum Beispiel getrocknete Blätter des Sidr Baums zum Haare waschen und selbstverständlich den Weihrauch als Allzweckmittel, vom Raumduft bis zum Geschmacksgeber für Eiscreme.

Entschleunigung und zurück zu den Wurzeln zu finden ist momentan nicht nur für mich ein großes Thema. Wir bringen unsere Gäste nicht im allerneusten Luxushotel unter und zeigen Ihnen auch nicht die meisten Sehenswürdigkeiten in kürzester Zeit. Wir reisen stattdessen mit unseren Gästen an einen so geschichtsträchtigen Ort und ermöglichen Ihnen für ein paar Tage das althergebrachte Leben der Beduinen zu führen.

Die Weihrauchstraße entlang zu Wandern wie einst die Händler und Beduinen vor vielen Jahrhunderten, kriegt bei dem Gedanken nicht ein jeder Gänsehaut?

Wibke Rissling-Erdbrügge von WRE Training für Touristiker begleitet nomad Reisen seit einigen Jahren als Coach in der Unternehmensentwicklung. Nebenbei schreibt sie für die touristische Fachzeitung Travel One.

Bei weiteren Fragen oder Interesse an unserer Jubiläumsreise Kameltrekking Rub al-Khali: klimafreundlich & müllfrei freue ich mich auf Ihre E-Mail (n.szydlik@nomad-reisen.de) oder Ihren Anruf (06591-9499810)!

Autor: Natalie Szydlik