Oster-Brunch auf jemenitisch: Rezept Shakshuka

Wer meint, dass ein Brunch mit warmen und kalten Speisen zum Frühstück – oder mindestens in der ersten Tageshälfte – eine genuin britische Erfindung ist, der mag ja Recht haben. Aber die grundsätzliche Idee (frei nach dem Briten Guy Beringer, der den Begriff im 19. Jahrhundert erfand), nämlich “Brunch is cheerful, sociable and inciting. It is talk-compelling. … It makes you satisfied with yourself and your fellow beings.” würde so eine jede Jemenitin und ein jeder Jemenite unterschreiben, wenn es darum ginge, das jemenitische Frühstück zu beschreiben. Denn bei einem solchen Frühstück werden würzige und nahrhafte Speisen wie Shakshuka und Foul, manchmal auch Innereien von den im Morgengrauen geschlachteten Tieren – also zum Beispiel Kibda baladi (gebratene Leber) – kombiniert mit frischen Kräutern, Lauch und Stücken von Sellerie, mit fischen Säften und wärmendem Milchtee und natürlich dem einzigartigen ofenfrischen Brot, zusammen serviert. Also schlage ich heute – passend zu den langen Wochenenden – ein Brunch auf jemenitische Art vor. In der ersten Folge: Das Original-Rezept Shakshuka!

Denn die Hauptrolle in diesem Brunch auf jemenitische Art spielt das Original jemenitische Shakshuka. Wer es nicht kennt: Das ist eine Art Rührei mit Tomaten, Zwiebeln, Chilli und Koriander. Anders als bei der Variante aus Israel wird das Eigelb bei unserer Variante verrührt, und es wird auf keinen Fall Tomatenmark verwendet! Dazu gibt es jemenitisches Foul, also eine Bohnen-Pampe, die ursprünglich aus Ägypten stammt. Das stelle ich in der nächsten Folge am Ostermontag vor.

Rezept Shakshuka Yemeni

Zutaten für Rezept Shakshuka
  • 5 Eier, ggf. leicht verquirlt
  • 3 reife Eiertomaten, ohne Saft und Kerne, gehackt
  • 1 Zwiebel, gehackt
  • 1 scharfe grüne Chili (alternative auch rot), mit den Kernen gehackt
  • 1 TL Hawaji (jemenitische Würzmischung, siehe unten)
  • 2 TL Öl, gerne gutes Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer, schwarz und frisch gemahlen
  • 1 Bund Koriander, gehackt

Zubereitung

Alle Zutaten für unser Rezept Shakshuka vorbereiten. Das ist wichtig, weil die Zubereitung selbst sehr schnell gehen muss.

Öl erhitzen. ¾ der Zwiebeln mit dem gehackten Chilli scharf und kurz anbraten. ¾ der gehackten Tomaten, Gewürzmischung, Salz und Pfeffer hinzufügen, unter ständigem Rühren erhitzen. Es soll so gut wie keine Flüssigkeit in der Pfanne stehen, die Tomaten sollen andererseits etwas stückig bleiben.

Nun die verquirlten oder ganzen Eier hinzugeben und mit einem Spatel in Stücken umwenden, sobald die Eier unten gestockt sind. Das Ganze dauert nur etwa 3 Minuten. Anschließend die restlichen Zwiebeln und Tomaten zusammen mit dem gehackten Koriander über die Eierpfanne geben und sofort servieren.

Shakshuka wird wie nahezu jedes jemenitische Gericht mit Brotstückchen gegriffen und in den Mund geschoben, also ohne jedes weitere Besteck gegessen.

Hawaji – jemenitische Gewürzmischung

In jedem Land des Nahen und Mittleren Ostens und in den Ländern Nordafrikas gibt es eine ganz typische Gewürzmischung, die sich in vielen Gerichten wiederfindet und den Gerichten diesen besonderen, landestypischen Geschmack verleiht. Das jemenitische Hawaij ist genau so eine Mischung. Sie wird für viele Fleischgerichte, aber auch für Eintöpfe und natürlich für das Rezept Shakshuka genommen. Hier findet Ihr die Zutaten samt Anleitung zur Zubereitung:

Zutaten für Hawaji
  • 1/3 Tasse Koriandersamen, ganz
  • 1/3 Tasse Kumun, ganz
  • 17$ Tasse schwarze Pfefferkörner
  • 1 TL Kardamomkapseln
  • 1 TL Nelken
  • 2 kleine Zimtstangen
  • 1 Stück Kurkuma getrocknet (ca. 2 cm)
  • 1 Stück Ingwer getrocknet (ca. 1 cm)
  • 2 TL Kurkuma gemahlen

Zubereitung

Alle Gewürze bis auf Kurkuma und Ingwer in eine kleine Pfanne geben und unter ständigem Rühren sanft rösten, bis die Gewürze zu duften beginnen. Die Mischung darf auf keinen Fall qualmen! Das Rösten dauert bei mittlerer Hitze etwa 2-4 Minuten.

Gewürzmischung abkühlen lassen und zusammen mit den Stücken Kurkuma und Ingwer in einen großen Mörser geben. Die Mischung mörsern, bis die Gewürze fein gemahlen sind.

Da die Korianderkapseln und der Ingwer faserig bleiben, die Mischung anschließend durch ein Sieb schütten. Nun noch das gemahlene Kurkuma hinzugeben und einrühren. Die Mischung in einem dunklen Schraubglas in einem eher kühlen Raum aufbewahren. Sie kann so lange genutzt werden, solange beim Öffnen des Glases der Duft der Gewürze deutlich zu riechen ist.

Die Gewürzmischung eignet sich übrigens auch hervorragend als Geschenk 😉

Bismillah! Lasst es Euch schmecken!

 

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Written by Julietta Baums