P. Roberts: Oman 2016 - Anfahrt zum Weg zum Nomadic Desert Camp Wahiba Sands, 22.03.

Vom 17.03. bis 01.04.2016 bereiste Patricia Roberts das Sultanat Oman. Eine individuelle Rundreise führte sie durch das Land, in dem sie vor 17 Jahren gelebt und gearbeitet hat. Sie besuchte altbekannte und erkundete noch unbekannte Orte. Auch wenn sich im Laufe der Zeit einiges verändert hat, die Begeisterung für das Land und dessen Bewohner ist geblieben.

Wir freuen uns, dass Frau Roberts ihre Eindrücke in einem ausführlichen Reisebericht geschildert hat und an dessen Ende einige nützliche Tipps hinsichtlich eines Aufenthaltes im Oman gibt. 

Der Anfang: Vor 17 Jahren habe ich den Oman, in dem ich damals gelebt und gearbeitet habe, zuletzt gesehen. Jetzt sollte es endlich ein Wiedersehen geben, es war schon viel zu viel Zeit vergangen. Im Vorfeld war ich mächtig aufgeregt, was sich wohl alles verändert hat und was geblieben ist. Freunde und Bekannte reagierten eher skeptisch, fanden es mutig, in diesen Zeiten in ein arabisches Land zu reisen. Aber sie kennen eben auch nicht den Oman, der etwas Besonderes ist…

Die Reise: Der Hinflug startete erstmal mit Verspätung. Aufgrund einer massiven Verspätung konnte unser Flugzeug nicht in Frankfurt starten, Oman Air organisierte den Transfer nach Frankfurt-Hahn. Also galt es, einfach umzuschalten in den Urlaubs-Modus, alles Andere war ja organisiert.
Das Visum nach der Ankunft war einfach zu bekommen. Geld wechseln und Visa bezahlen am gleichen Schalter (natürlich zum ungünstigen Flughafenkurs, deshalb besser nur einen kleinen Betrag wechseln). Bereits am Flughafen zeigte sich eine Veränderung: kein Verhandeln mehr mit Taxifahrern über den Preis, es gibt eine Zentrale, die einen Festpreis zum gewünschten Hotel aufschreibt und ein Taxi zuweist. Auf dem Weg durch die Capital Area wurden weitere Veränderungen sichtbar: Das Straßennetz ist sichtbar weiter ausgebaut worden (dabei war es damals in der Capital Area schon gut), ganze Stadtviertel haben sich verändert. Viele neue Shoppingcenter, Einkaufsmalls und, neu: „Hypermarkets“ sind entstanden.
Aber deshalb bin ich doch nicht in den Oman gekommen – viel mehr interessierte mich der Muttrah Souk. Dieser hat einen neuen, schicken Eingang bekommen – aber das Gewirr aus Gassen, Stimmen, Farben und Gerüchen, das den Reiz des Souks ausmacht, ist geblieben.P. Roberts: Oman 2016 - Muttrah Souk, 31.03.Einige Museen sind neu entstanden. Das Bait al Zubair im alten Muscat lohnt sich, wir haben viel Zeit dort verbracht. Das Nationalmuseum, zu dem ich im Vorfeld keine klaren Infos finden konnte, ist bisher für das breite Publikum noch nicht geöffnet, auch wenn es so wirkt und die Polizisten, die davor eine Kontrolle durchführten, uns versicherten, es würde ‚morgen früh‘ öffnen (hat es nicht).
Für die Fahrten im Stadtgebiet hatten wir einen normalen PKW, den wir später in einen 4×4 getauscht haben. Mit der Übergabe hat alles gut geklappt. Wir haben vor Ort ein Navi dazugemietet, hatten allerdings Mühe, es ans Laufen zu kriegen. Wenn man normal einen Ort eingab, fand es diesen bei kleinen Orten nicht, nur bei Eingabe unter „besondere Sehenswürdigkeiten /point of interest“. Am meisten Mühe hatten wir damit, in Muscat / Muttrah die Ausfahrt Richtung Sur zu finden. Da klappte das Navi noch nicht und wir haben die Abzweigung von verschiedenen Seiten umkreist.
Ähnlich ging es uns bei Qalhat / dem Mausoleum der Bibi Mariam. Wir konnten’s sehen, haben aber nicht den Weg dorthin gefunden und wollten schließlich auch nicht zu viel Zeit verlieren, auch wenn ich gerne gesehen hätte, was aus dem Ort geworden ist.
Dafür ist das Wadi Shab noch immer einen Ausflug wert. Für einen Rial kann man sich im kleinen Boot ans andere Ufer übersetzen lassen, von wo aus ein Wanderweg startet. Das Grün der Oase und das Wasser (das man an manchen Stellen durchwaten muss) sind so erfrischend nach einem langen, staubigen, heißen Weg.P. Roberts: Oman 2016 - Im Wadi Shab vor Tiwi, 21.03.Das Ras al Hadd Turtle Beach Resort war sehr angenehm. Die Zimmer zwar recht klein (beim Duschen setzte man unweigerlich das gesamte Badezimmer inkl. Toilette unter Wasser), aber dafür entschädigte der Restaurantbereich am Abend entsprechend. Wir haben es auch genossen, hier abends mal ein Glas Wein trinken zu können.
Der Name verführt dazu zu glauben, dass die Schildkrötenbeobachtung direkt dort stattfindet. Diese wird allerdings bei Ras al Jinz durchgeführt. Man kann sie übers Internet vorbuchen, sie wird vor Ort bezahlt, aber auch nur dann, wenn wirklich Schildkröten gesichtet werden. Das kann das ganze Jahr über sein, die Hauptzeit ist allerdings von Juni bis November. Leider kamen sie an dem Abend nicht.

P. Roberts: Oman 2016 - Restaurantbereich im Ras al Hadd Turtle Beach Resort, 22.03Bei der Weiterfahrt über Al Kamil haben wir uns das Museum im Fort (Old Castle Museum) angesehen, das uns sehr gut gefallen hat. Da wir die einzigen Gäste waren, hatten wir sozusagen eine Privatführung durch eine junge Angestellte, die recht viel und gut erklären konnte, sodass es ein aufschlussreicher Besuch war, zu dessen Ende wir noch mit Kaffee und Datteln bewirtet wurden. Leider wurde die Zeit für das Wadi Bani Khalid dann schon zu knapp, da wir um 15.00h am Treffpunkt für das Nomadic Desert Camp sein mussten. Die Mitarbeiter dort waren uns behilflich, den Reifendruck für die Fahrt in die Wüste zu reduzieren (und am nächsten Tag wieder aufzufüllen, wir hätten keine Ahnung gehabt, wie viel wir reduzieren/auffüllen müssen). Die Fahrt ins Camp gestaltete sich machbar (ich liebe Dünen, aber nicht die Kopfüberfahrten die Dünen runter).

P. Roberts: Oman 2016 - Old Castle Museum Al Kamil, 22.03.Die Hütten im Camp waren schön und die naturnahen Gemeinschaftsduschen und  -toiletten durchaus ausreichend. In den Hütten hätte ich mir aber Moskitonetze gewünscht – ich habe mir selten sehnlicher gewünscht, dass die Nacht zu Ende ist, und das ging nicht nur mir so. Beim nächsten Mal würde ich definitiv ein Moskitonetz ins Gepäck packen. Das Essen im Camp war gut.
Die Betreuung der Kunden könnte noch verbessert werden – auf dem Hinweg fand ein Stopp bei einem Kamelgehege statt, bei dem wir in das Gehege reindurften, aber es gab kein Wort der Erklärung oder der Information. Ebenso im Camp – die Mitarbeiter waren freundlich, haben sich am Abend auch mit nach draußen ans Feuer gesetzt, aber da hätte ich mir noch ein bisschen Konversation von deren Seite gewünscht, Infos über das Leben der Beduinen, alte Geschichten, was auch immer. Hier gibt es noch Steigerungsmöglichkeiten.

P. Roberts: Oman 2016 - Kamel beim Nomadic Desert Camp, 22.03.Fahrlässig fand ich allerdings, dass die Gäste nicht darauf aufmerksam gemacht wurden, dass sie zumindest nach Anbruch der Dunkelheit geschlossene Schuhe tragen sollen. Auf Nachfrage wurde mir erklärt, dass es besser sei (ich hatte noch frühere Nächte am Lagerfeuer in Erinnerung mit Sichtung von vielen Skorpionen), aber viele Kinder liefen weiterhin barfuß herum und beim Essen habe ich einen Skorpion zwischen den Bänken herumlaufen sehen. Einige Gäste haben statt in den Hütten im offenen Gemeinschaftsraum übernachtet – die Mücken waren dort weniger zugegen, aber ich war mir nicht sicher, ob für die Skorpione eine Matratze ein Hindernis bedeutet…
Der Kamelritt am nächsten Morgen ist nur bei Direktbuchung beim Camp inbegriffen, bzw. wenn er extra auf dem Voucher aufgeführt ist – ansonsten kann er vor Ort dazugebucht werden. Ein Erlebnis ist es allemal…
Den Frauenmarkt in Ibra dürfen auch Männer besuchen – das Angebot ist allerdings für Frauen (Stoffe, Tücher, Kleidung, Duftstoffe, Nähzubehör). Solange die Männer sich zurückhaltend verhalten, ist das kein Problem.
Das Al Diyar Hotel in Nizwa war eine angenehme Überraschung. Wir hatten ein sehr großes, unterteiltes Familienzimmer und auch der Service im Hotel war gut. Aus Sentimentalität waren wir einen Abend noch im Falaj Daris essen, das ich unbedingt wiedersehen wollte. Es hat sich aber kaum gelohnt – das Essen im Al Diyar war genauso gut und preiswerter (5 OMR für Buffet).
Im Silbersouk in der Stadt kann man preiswert schönen Schmuck erstehen, muss allerdings mittlerweile darauf achten, dass es auch wirklich Silber ist (Stempel), was einem verkauft wird! Die Preise für Silberschmuck sind, auch wenn die Schmuckstücke normalerweise gewogen werden, trotzdem unterschiedlich, sodass sich Vergleichen lohnt.
In der Stadt haben wir auf dem großen Touristenparkplatz im Wadi geparkt – wurden dann von einem freundlichen Ladenbesitzer darauf aufmerksam gemacht, den Wagen lieber umzuparken, da mit Überschwemmungen zu rechnen sei. Obwohl ich mir der Gefahr durchaus theoretisch bewusst war, sind wir bei dem großen Parkplatz nicht davon ausgegangen, dass das passieren könnte. Die Polizei hat kurz darauf auch den Parkplatz räumen lassen. Auch wenn das Wasser dann doch nicht kam, wurde uns kurzzeitig bewusst, wie schnell sich die Situation ändern kann.

P. Roberts: Oman 2016 - Der Eingang zum alten Souk in Nizwa, 25.03.Das Jebel Shams Resort war eher enttäuschend. Die Zimmer waren einfach, aber sauber, allerdings war bei unserer Ankunft das Zimmer noch nicht für drei Personen hergerichtet und die dritte Schlafgelegenheit auf dem Bettsofa mit Zusatzmatratze eher eine Notlösung. Der Rezeptionist war nett und hilfsbereit, der Rest des Personals allerdings stumm bis unfreundlich. Selbst im Restaurant herrschte eine unterkühlte Atmosphäre – das Personal räumte ohne ein Wort die Tische ab, es gab keine Frage nach Getränkewünschen, etc., die einzige Frage bezog sich auf die Zimmernummer. Das Essen selbst, besonders das Abendessen, war aber sehr gut (wir hatten zuvor im Internet anderes gelesen). Fazit: Eine Übernachtung dort lohnt sich nur, wenn man von dort aus wandern will, ansonsten würde ich den Jebel Shams nun lieber als Tagesausflug von Nizwa aus empfehlen.
Beim Al Hoota Cave, das wir am Tag zuvor besichtigen wollten, hing nur ein Schild, dass es vorübergehend geschlossen sei.
Von der Strecke über Bilad Sayt, die uns zur Weiterfahrt nach Muscat empfohlen wurde, haben uns die Ortskundigen abgeraten, da ein Teil der Strecke durch die Regenfälle weggespült worden sei. Wir haben zwar später Touristen getroffen, die sie dennoch gefahren sind, die Beschreibung der Strecke klang aber eher abschreckend.
Die Abgabe des Mietwagens am Flughafen verlief problemlos – es wäre aber einfacher gewesen, wenn wir zuvor schon gewusst hätten, dass wir den Schlüssel einfach bei OUA Travel einwerfen können, der Mitarbeiter der Autovermietung hatte zunächst mit uns vereinbart, dass wir ihn anrufen u. am Flughafen treffen, dadurch haben wir uns bemüht, frühzeitig dort zu sein.
Den Rest der Reise haben wir im Süden verbracht, ohne den eine Oman-Rundreise nicht vollständig gewesen wäre. Der Süden ist vom Klima her völlig anders, alles wirkt ruhiger, gelassener. Ein paar Tage Badeurlaub dort in einer kleinen Privatpension direkt am Strand gelegen waren die ideale Ergänzung zu der Rundreise durch den Norden. Der Strand von Salalah ist traumhaft!
P. Roberts: Oman 2016 - Am Strand von Salalah, 27.03.

Zusätzlich noch allgemeine Hinweise:

Geld abheben mit der normalen ec – Karte hat bei mir auch bei der NBO nicht geklappt. Mit der Kreditkarte war es jedoch kein Problem und aufgrund eines günstigeren Wechselkurses trotz der zusätzlich anfallenden Bankgebühren die günstigere Option. In den Wechselstuben hat man fast immer den Kurs 0,40 (1 Euro = 0,40 OMR) gewechselt bekommen, lediglich in Salalah war es an einigen Stellen besser.
Auch wenn Karten schreiben mittlerweile fast out ist, habe ich vergebens einen Hinweis gesucht, welche Briefmarke man auf eine Karte nach Deutschland kleben muss (300 Baiza). Bei den Händlern habe ich die unterschiedlichsten Auskünfte und Briefmarken bekommen.
Kleidung: Es fallen einem im Souk oder in den Straßen immer wieder Touristinnen auf, die mit Shirts mit Spaghettiträgern oder mit Shorts bekleidet sind. Die Omanis sind viel zu freundlich und höflich, um sich dazu zu äußern. Es ist für mich aber eine Frage des Respektes für ein Land, sich den – für ein islamisches Land recht lockeren – Bekleidungsregeln anzupassen. Im Oman gilt: Oberarme und Knie bedecken.
Ich habe im Oman unglaublich freundliche, hilfsbereite und gastfreundliche Menschen getroffen. Es gab auch bei dieser Rundreise wieder Situationen, in denen ich von mir völlig fremden Menschen zu Tee oder Kaffee eingeladen wurde. Verständigt wurde sich notfalls mit Händen und Füßen. Ich wünschte, das gäbe es in Deutschland auch!

Fazit: Alles in allem war es eine tolle Reise, die viele Erinnerungen geweckt hat und Lust auf mehr. Es wird keine 17 Jahre dauern bis zum nächsten Wiedersehen!“

Möchten auch Sie das Sultanat Oman bereisen? Ob in einer Gruppe oder individuell, wir finden das Richtige für Sie!

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Patricia Roberts (Text und Fotos).

Autor: Eva Kuhl