copyright Behnam Safazadeh

Isfahan, Shiraz, Teheran: Diese Städte mit den orientalisch klingenden Namen und einer langen Geschichte haben sich inzwischen zu beliebten Reisezielen entwickelt. Nach Ende jahrelanger Sanktionen ist der Iran ein begehrter Partner für Industrie und Handel geworden – und ist für unsere Reisenden derzeit Wunschziel Nummer eins.

Der Iran verfügt über eine der ältesten, über 4.000 Jahre zurückreichenden Stadtkulturen. Im Architekturführer Iran begibt sich der Autor und Architekt Thomas Meyer-Wieser anhand von knapp 300 Bauten und Projekten auf architektonische Spurensuche in Irans wechselnden Hauptstädten Isfahan, Shiraz und Teheran. Seit 642, der islamischen Eroberung, wurde die persische Baukultur, die Architekten und Künstler bis nach Zentralasien im Norden und Indien im Osten beeinflusste, immer wieder überformt. Trotz dieser kontinuierlichen Veränderungen weist die persische Architektur wie in kaum einem anderen orientalischen Land eine ganz eigenständige städtebauliche und architektonische Entwicklung auf, und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Weltarchitektur.

Im Fokus des Buches steht besonders die Identität der iranisch-islamischen Baukunst, die sich seit dem Herrschaftsantritt der Safaviden im Jahr 1501 selbstbewusst behauptet hat. Deren wirtschaftlich robustes und politisch stabiles Staatswesen, das bis in die heutige Zeit hinein wirkt, benötigte für den florierenden Handel eine funktionierende Infrastruktur – das zeigte sich in einem neuen architektonischen Ausdruck, der sich besonders in Isfahan manifestiert. Der Autor verfolgt den Weg der Architektur und ihre Verflechtung in Politik und Wirtschaft weiter bis nach Shiraz und schließlich zur modernen, heutigen Hauptstadt Teheran.

Architekturführer Iran

Er nimmt seine Leser mit zu Ausflügen in die persische Gartenarchitektur, die die Idee der Stadt vorwegnahm, in die Frühgeschichte des persischen Reiches, zur Architektur der iranischen Revolution und stellt die junge Architektengeneration der heutigen Islamischen Republik Iran vor. Dabei dokumentiert er viele Bauten, die höchstwahrscheinlich schon in naher Zukunft neuen Projekten weichen müssen.

Cover des Architekturführer Iran

Dieser Architekturführer vermittelt Reisenden ebenso wie Daheimgebliebenen einen Überblick über die Geschichte der iranischen Architektur im Gesamtkontext der politischen, wirtschaftlichen und ideologischen bzw. religiösen Entwicklungen des persischen Landes – und fügt zusammen, was hierzulande allenfalls bruchstückhaft bekannt ist.

Ähnlich wie bei den anderen Architekturführern aus dem DOM-Verlag werden zahlreiche Bauten aus der jüngeren Geschichte vorgestellt. Dazu gehören bürgerliche Villen ebenso wie staatliche Funktionsbauten. Mit dem Buch in er Hand kann man sich so Gegenden beispielsweise in Tehran erschließen, die in keinem anderen Reiseführer auch nur erwähnt werden. Mit den zahllosen Fotos und Plänen ist dieser Architekturführer ein zwar schweres, aber sehr sinnvolles Utensil für alle Kultur- und Städtreisenden im Iran!

Autor: Gianna Platten