Aus China durch die Wüsten und Hochgebirge Zentralasiens, über die Levante bis ans Mittelmeer. Vorbei an pulsierenden Handelsstädten und durch unwirkliche Landschaften zog sich die mittelalterliche Seidenstraße. Wo die alte Karawanenroute verlief und was Sie auf einer Erlebnisreise auf der Seidenstraße entdecken können lesen Sie hier.

Auf den Spuren von Marco Polo: Von China nach Zentralasien

Entgegen dem weit verbreiteten Glauben, ist die Seidenstraße nicht etwa ein einzelner Handelsweg, sondern vielmehr ein ganzes Netz von Karawanenrouten, die von Ostchina durch Zentralasien bis ans Mittelmeer führten. Eine sehr häufig genutzte Route begann in Xi’an, der alten Hauptstadt des chinesischen Kaiserreiches. Von dort folgte der Weg dem Verlauf der Chinesischen Mauer nach Westen bis an den Rand der Taklamakan-Wüste, der zweitgrößten Sandwüste der Erde. „Begib dich hinein und du kommst nie wieder hinaus“, so wird das uighurische Wort Taklamakan heute übersetzt.

Entlang der Handelswege konnte sich auch der Islam weit nach Osten hin verbreiten. Die in Westchina lebenden Uighuren sind eine muslimische Volksgruppe; entsprechend orientalisch war auch bis vor wenigen Jahren daher das Erscheinungsbild der Städte Kashgar und Ürümqi in der chinesischen Provinz Xinjang.

Unterwegs in Tadschikistan

Auf dem Weg nach Westen mussten die Handelskarawanen nach der trockenen und heißen Wüste das Tien Shan Gebirge im heutigen Kirgistan oder das noch höhere Pamir-Gebirge in Tadschikistan überqueren. Der auch Bam-i Dunya („Dach der Welt“) Pamir hat eine mittlere Höhe von etwa 4.000 Metern. Auch mit der heutigen Technik ist eine Durchquerung während der Erlebnisreise auf der Seidenstraße kein leichtes Unterfangen. Ungleich schwere dürften es die Händler im Mittelalter gehabt haben.

Yashikul – der Grüne See

Beste Reisezeit für Zentralasien
Während die Gebirgsregionen in Kirgistan in Tadschikistan im Winter aufgrund der Kälte nur sehr schwer zu bereisen sind, empfehlen wir Ihnen für Reisen in die Wüsten gerade die kälteren Monate. Reise Sie von Juni bis September ins Hochgebirge und ab Oktober in die Wüste. Auf Wander- und Trekkingsreisen sind Sie am besten in den Frühjahrs- und Herbstmonaten unterwegs.

Durch die Wüsten Zentralasiens

Kaum hatten die Händler die schroffen und kalten Gebirge in den zentralasiatischen Hochebenen hinter sich gelassen, erstreckten sich vor Ihnen kahle Wüsten und Steppen des antiken Turan. In dieser Region, die heute in etwa die Staaten Usbekistan und Turkmenistan umfasst, wuchsen einige Siedlungen, die auf der Route der Handelskarawanen lagen, zu blühenden Städten heran. Samarkand und Bukhara sind zwei die berühmtesten Beispiele auf usbekischem Boden.

Alle beide liegen am Ufer des Serafshan, der die Wüste Kyzylkum im Süden begrenzt. Das Turkwort Kyzylkum lässt sich mit „roter Sand“ übersetzen. Entlang des Serafshan und der Kyzylkum wanderten die Karawanen, die zum Kaspischen Meer wollten, gen Nordwesten, bis sie schließlich die Oase Khiva am Ufer des Amudarya erreichten. Die Altstadt von Khiva ist heute ein UNESCO-Weltkulturerbe, denn die zahlreichen Händler, die die Stadt durchquerten, brachten der Oase Wohlstand.

Durch Wüsten und Oasen

Andere Karawanen wandten sich von Buchara südwestlich, querten den Amudarya und durchzogen die Weiten der Karakum. Auch dies ist ein Turkwort, das sich mit „schwarzer Sand“ übersetzen lässt. Heute bildet der Amudarya die Grenze zwischen Usbekistan und Turkmenistan, sodass die Wüste Karakum vollständig in Turkmenistan liegt. Die nächste Station dieser Karawanen war die Oase Merv am Ufer des Murghab. Merv (in der Nähe des heutigen Mary) bietet dem Auge nicht viel, sind doch die meisten der mittelalterlichen Lehmbauten stark zerstört. Immerhin endet die lebensfeindliche Karakum wenige Tagesmärsche (heutzutage im Auto nur wenige Stunden) westlich am Fuß des Kopet Dag. Dieser Gebirgszug stellt als natürliche Barriere auch heute eine Grenze dar – die zwischen Turkmenistan und Iran.

Iranische Wüstenstadt

Iranische Wüstenstadt

Auch hier gabelte sich die alte Seidenstraße ein weiteres Mal: Einige Karawanen zogen am Nordrand des Kopet Dag weiter bis zum Kaspischen Meer, andere querten den Gebirgszug des Kopet Dag beim heutigen Sarakhs oder nahe Ashgabat und gelangten so auf persisches Gebiet. Hier, am Südrand des Kopet Dag reihen sich in der heutigen iranischen Provinz Golestan zahllose kleinere Karawanenstädte aneinander. Die grünen Berge und Täler mit seltenen Tier- und Pflanzenarten sind heute durch einen Nationalpark geschützt – können aber auf Wanderungen und Trekkings entdeckt werden.

Der Golestan Nationalpark in Iran

Der Golestan Nationalpark in Iran

Wer nicht weiter nach Westen – und damit schlussendlich ans Mittelmeer gelangen wollte – querte die lebensfeindlichen iranischen Wüsten, also die Dasht-e Kavir und die Dasht-e Lut, auf den Karawanenrouten via Maschhad und Kerman, durch Isfahan und Shiraz bis hinunter an den Persischen Golf und die Länder Arabiens.

Erlebnisreise auf der Seidenstraße: Naturerlebnisse und kulturelle Highlights

Die Länder und Regionen, die die mittelalterliche Seidenstraße durchquerte, sind ebenso vielfältig wie einzigartig. Die Hochgebirge in Kirgistan und Tadschikistan laden zu Wanderungen und Entdeckungen in der artenreichen Natur ein. Die Wüsten in Usbekistan, Turkmenistan und Iran erkunden Sie am einfachsten mit dem Geländewagen oder Sie sind zu Fuß mit Kamelen unterwegs – ganz nach dem Vorbild der mittelalterlichen Händler.

Doch nicht für Naturfreunde sind die Länder der Seidenstraße ein lohnendes Reiseziel. Vor allem die berühmten Oasen und Städte entlang der Handelsroute reizen durch zahlreiche Monumente und Kulturerbe. Von Kashgar in China über Kokand, Samarkand und Bukhara in Usbekistan bis nach Merv in Turkmenistan sowie Mashhad im Iran sind alle Länder durch ihr reichhaltiges kulturelles Erbe geprägt. Während einer Erlebnisreise auf der Seidenstraße gibt es viel zu entdecken.

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Autor: Sebastian Unrecht