Nachhaltig reisen in Iran: Golestan Nationalpark

Nachhaltig reisen in Iran: Geht das? Gibt es überhaupt nachhaltige Tourismus-Projekte in Iran? Ein wirklich leuchtendes Beispiel für ein nachhaltiges Konzept ist die Turkmen Ecolodge in der nordöstlichen Provinz Golestan. Wir von nomad verfolgen die Entwicklung der Ecolodge seit 2013 und unterstützten das Projekt u.a. bei der Bewerbung um den ToDo-Preis, den die Ecolodge im Jahr 2014 dann auch gewann. Die Gründer der Turkmen Ecolodge, Kamran Anvari und Forough Vahabzadeh, waren anlässlich der Preisverleihung in Berlin. Die beiden ließen sich diese Gelegenheit nicht entgehen, auch einmal unser Büro kennen zu lernen und gaben uns bei der Gelegenheit einen tiefen Einblick in die Entstehung und Entwicklung ihres nachhaltigen Tourismus-Projektes. 

„Hallo, Kamran und Forough. Wir freuen uns euch heute bei uns zu haben. Beschreibt euch doch bitte einmal ein bisschen näher und erzählt uns, wie es zu eurem Projekt, der Turkmen Lodge kam.“

Nachhaltig reisen in Iran: Interview mit den Gründern der Turkmen Ecolodge in Iran

Nachhaltig reisen in Iran: Interview mit den Gründern der Turkmen Ecolodge in Iran

Kamran: „Ich bin Künstler und hatte schon immer eine starke Liebe zur Natur. Lange Zeit aber war ich nur ein „Konsument“ der Natur, das heißt ich war viel an der frischen Luft, ob Camping, Wald Spaziergänge oder Kletter-Touren. Jedoch hatte ich mich nie aktiv für die Erhaltung der Natur eingesetzt. Dies änderte sich, als ich Forough und ihre Familie kennenlernte. Ihr Vater, Hossein Vahabzadeh, ergriff die Initiative, dem Golestan Nationalpark zu helfen und ihn in der Welt bekannt zu machen. Er fragte mich, ob ich eine Idee für die Unterstützung des Nationalparks hätte. Mein erster Gedanke war: Wir sollten den Menschen zeigen, wie wundervoll und einzigartig der Golestan Nationalpark ist. Und so fing alles an.“

Forough: „Ich bin Architektin und interessiere mich sehr für Natur und Nachhaltigkeit. Ich schrieb meine Dissertation über nachhaltige Architektur, welche sich in jedem meiner Projekte auch widerspiegelt. So kamen wir auf die Idee zu einer nachhaltigen Eco-Lodge. Bei dem Aufbau der Turkmen Lodge war ich für die Architektur und Einrichtung verantwortlich. Kamran hat die Administration und die Renovierungsarbeiten an den alten Gebäuden übernommen.“

Kamran: „Wir entschieden uns, unser Pilotprojekt in dem kleinen 150-Seelen-Dorf Tootly Tamak zu starten. Mein Schwiegervater ist ein Universitätsprofessor, von dem ich über die Jahre sehr viel über Ökologie und Wirtschaft gelernt habe. Der erste Schritt war, ein etwa 60 Jahre altes Lehmhaus in eine Eco-Lodge umzuwandeln. Aus vier einzelnen Raumparzellen haben wir eine Einheit geschaffen, und können nun bis zu 20 Leute unterbringen. Das Gelände der Eco-Lodge haben wir allerdings nicht gekauft, sondern von einer lokalen Familie gemietet, und das soll auch immer so bleiben. Denn so haben die Dorfbewohner die Gewissheit, dass sie letztlich über die weitere Entwicklung der Lodge mitbestimmen können und das Projekt auch beenden könnten, wenn sie sich langfristig gestört fühlten. Das ist ein Risiko, aber auch eine große Verantwortung und Chance für uns.“

Nachhaltig Reisen in Iran in der Turkmen Ecolodge

Nachhaltig Reisen in Iran in der Turkmen Ecolodge

„Wie würdet ihr den ersten Kontakt zum Golestan Nationalpark und den dort lebenden Menschen beschreiben?“

Kamran: Der erste Kontakt war sehr hart. Die Gemeinschaft war uns gegenüber sehr defensiv eingestellt. Wir hatten Glück, dass es einen Studenten im Dorf gab, der Foroughs Vater kannte. Außerdem haben wir versucht, Kontakt mit den Kindern dort aufzunehmen. Wir stellten gemeinsam mit den Bewohnern des Dorfes eine traditionelle Jurte auf, und luden alle Kinder zu einem Malkurs ein. So kamen wir den Familien näher, da die Kinder ihren Eltern von uns erzählten, von den Bildern und all den aufregenden Dingen, die sie während des Kurses erlebten. Immer mehr akzeptierten uns die Familien im Dorf, da sie merkten, dass wir ernsthaft an ihrem Wohlergehen interessiert sind, und dass  wir Arbeitsplätze schaffen. Am Anfang waren nur 3 Leute gewillt uns zu helfen, heute sind es über 60. Sie produzieren klassische turkmenische Handarbeiten für den Verkauf, spielen unseren Gästen Musik auf traditionellen Instrumenten vor, Kochen die leckeren turkmenischen Gerichte für uns, und übernehmen auch alle weiteren Services in der Turkmen Eco-Lodge. Das bedeutet zugleich, dass sie sich ihren alten Traditionen wieder bewusst werden und diese als kulturellen Wert begreifen.

Iran Trekkingreise: Golestan & Elburs Gebirge

Wer selbst einmal die Turkmen Ecolodge besuchen möchte, kann das beispielsweise im Rahmen unserer Trekkingreise „Golestan & Elburs Gebirge“ machen.

  • 15 Tage, 3 – 12 Teilnehmer
  • Unterkunft: Zelt (7x), Hotel/Gasthaus (7x)Nachhaltig reisen in Iran: TREKKING REISE: GOLESTAN & ELBURS GEBIRGE
  • Unterwegs: zu Fuß, Geländewagen, ca. 1300 km

Die Highlights

  • 15-tägige Trekking Reise in den unbekannten Nordosten des Irans
  • intensive 7-tägige Erkundung des unberührten Golestan Nationalparks
  • Erlebnis der einzigartigen Fauna und Flora des Iran mit Tierbeobachtungen unter Anleitung von Nationalpark-Rangern
  • nachhaltige Trekking-Reise; Übernachtungen in einer Eco-Lodge und in Homestays

Ihr Reisetyp:  Sie sind gerne in den Bergen unterwegs. Längere Wanderungen von täglich zwischen 6 und 9 Stunden (inkl. Pausen) auf wechselndem Untergrund und mit größeren Höhenunterschieden sind für Sie kein Problem. Sie genießen Übernachtungen in der freien Natur, bei denen Sie die Atmosphäre der Natur und des Gebirges intensiv erleben.

„Also wenn ich das richtig versehe, bringt ihr den Tourismus nicht einfach zum Golestan Nationalpark, sondern erschließt ihn aus der Dorfgemeinschaft heraus, so dass das Projekt von den Menschen getragen wird und auch ihnen gehört?“

Kamran: Ja genau! Und das muss auch so sein, sonst funktioniert es nicht. Tourismus ist sehr gefährlich. Besonders wenn man ihn in einen so wenig entwickelten ländlichen Raum bringt. Wir haben uns sehr genau mit den Nachteilen und Rückschlägen des Öko-Tourismus und verschieden Projekten beschäftigt. Damit es keine negativen Folgen für das Dorf gibt, sind wir mit allem, was wir tun, sehr vorsichtig. Dies ist ein sehr langsamer Prozess. Vor vier Jahren haben wir mit dem Projekt begonnen, und bisher gibt es keine kulturellen Veränderungen im Dorf. Wir sehen uns nicht als Investor, sondern als Teil der Gemeinschaft. Wir haben vor allem eine Sache gelernt: Um den Nationalpark zu erhalten, brauchen wir die Akzeptanz der Gemeinschaft. Es funktioniert nicht, einfach hinzugehen und zu sagen: So, wir müssen erstmal Geld machen, damit wir uns dann um Erhaltung und Nachhaltigkeit des Parks kümmern können. Nein, die Menschen vor Ort müssen von Anbeginn an mit einbezogen sein. Bei Nachhaltigkeit geht es darum, das die Gemeinschaft den Park zu erhalten versteht, und nicht Menschen von außen. Das einzige, was wir tun können, ist ihnen diese Mittel zu geben, ihnen den Nachhaltigkeitsgedanken zu vermitteln und sie vorsichtig anzuleiten.

Frauen bei traditioneller Arbeit

Frauen bei traditioneller Arbeit

„Wie weit verstehen die Menschen vor Ort das? Interessieren sie sich nicht nur für das Geld, das der Tourismus bringt, oder wollen sie in erster Linie die Erhaltung des Nationalparks sicherstellen?“

Kamran: Natürlich verstehen die Menschen im Golestan Nationalpark sehr gut, dass Tourismus auch Geld bedeutet. Das ist das Erste, was ein Erwachsener versteht. Um ihnen auch Nachhaltigkeit nahezubringen ist es sehr wichtig, dass man die Menschen dort sehr gut kennt und genau weiß, wo man ist und mit wem man arbeitet. Es ist wichtig zu verstehen, welche Mentalität die Menschen haben, zu welchem Stamm sie gehören und welche Lebenseinstellung sie besitzen. Um als Außenstehender den Menschen etwas nahebringen zu können, müssen sie einem vertrauen. Und sie müssen eine Leidenschaft für das Projekt und das neue Wissen entwickeln. Vertrauen und Leidenschaft steht an erster Stelle. Die Menschen im Golestan Nationalpark wissen noch nicht, wie gefährlich Tourismus sein kann. Es ist unsere Aufgabe, ihnen auch die negativen Seiten aufzuzeigen und gemeinsam mit ihnen daran zu arbeiten, diese zu vermeiden. Hierbei müssen wir vor allen Dingen mit der nächsten Generation arbeiten. Bei den Älteren scheint es fast unmöglich, ihre Lebenseinstellung noch so drastisch zu verändern. Hier liegt unser Fokus darauf, der älteren Generation begreiflich zu machen, dass z.B. das Wildern dem Park schadet, dass man keine lebenden Bäume fällen soll, dass man Plastik recyceln kann und soll usw. Es geht hier also vorrangig darum, umweltschädliches Handeln zu vermeiden. Des Weiteren achten wir darauf, dass das immense Naturwissen der älteren Generationen an die Jungen weitergegeben wird.

Der Golestan Nationalpark in Iran

Der Golestan Nationalpark in Iran

Forough: Es ist ziemlich hart, den Einheimischen die Erhaltung der Natur nahe zu bringen. Deshalb starten wir mit der Erhaltung der Kultur, da sie diese einfacher verstehen können. Hier geht es z.B. um die Umgestaltung des Hauses in eine Art Museum oder Kultur-Center, wo Menschen willkommen sind, ihre Kultur und ihr Wissen weiter zu geben, und diese damit zu erhalten. Das kann ganz verschieden aussehen. So gehören z.B. Brotbacken, Handarbeit, Musik und Holzarbeiten dazu. Dabei ist es wichtig, dass ihr Wissen nicht nur an die Touristen, sondern vor allem auch an die jüngeren Generationen weitergegeben wird. Heutzutage lieben die Turkmenen dieser Region es wieder, ihr Wissen zu vermitteln, da sie sehen, wie interessant und wertvoll ihre Kenntnisse und ihre Produkte auch für andere Menschen sind. Auf diesem Wege wollen wir ihnen das Prinzip der Erhaltung und Nachhaltigkeit vermitteln. Dabei setzten wir natürlich jetzt schon den Fokus auf die Natur und den Golestan Nationalpark. Nach und nach lernen die Menschen zu verstehen, dass wirklich alles wichtig ist und einen Wert hat.

Iran Trekkingreise: Mit Bakhtiari-Nomaden im Zagros

Wenn Sie den Iran im Hochsommer erkunden möchten, dann empfehlen wir unser Trekking in den Zagros-Bergen:

  • 15 Tage, 7 – 12 Teilnehmer
  • Unterkunft: Zelt (7x), Hotel/Gasthaus (7x)Nachhaltig reisen in Iran: Trekkingreise im Zagros Gebirge
  • Unterwegs: zu Fuß, Geländewagen, ca. 1000 km

Die Highlights

  • 4-tägiges Trekking in den Bergen des Zagros
  • Begegnungen mit den Bakhtiari-Nomaden
  • Ausführliche Erkundung von Shiraz und Isfahan
  • Besichtigung des UNESCO-Weltkulturerbes Persepolis

Ihr Reisetyp:  Sie sind gerne in den Bergen unterwegs. Wanderungen von bis zu 7 Stunden über Pässe in großen Höhen sind für Sie kein Hindernis. Bei Übernachtungen unter freiem Himmel genießen Sie die Stille der Berge und nehmen die Natur intensiv wahr. Gleichzeitig sind Sie auch kulturell interessiert und lieben es, geschichtsträchtige Städte, Moscheen und andere Baudenkmäler zu erkunden.

„Ihr achtet also sehr darauf, dass die Kultur in erster Linie für die Gemeinschaft selber gewahrt wird, und nicht nur für die Touristen?“

Kamran: Ja, dies ist wichtig, da die jüngere Generation versucht, ihrer Kultur zu entfliehen. Sie wollen weg vom Land in die Stadt! Und um den Städtern mehr zu gleichen, haben sie oft Kleidung und Stoffe aus China getragen. Heute sehen wir, dass sie wieder ihre eigenen Stoffe und Muster benutzen. Sie verstehen immer mehr, wie wertvoll diese sind, da sie bei Touristen und Außenstehenden sehr gefragt sind. Jetzt lieben die jungen Leute es, all dies von den Alten zu lernen. Ich versuche auch immer, den Menschen meine Passion als Künstler zu übermitteln. Und das in allem was sie tun, angefangen vom Geschirrspülen, Kochen und Führungen bis hin zur Handarbeit. Das ist wichtig, denn nur durch die Leidenschaft erkennen die Menschen den Wert ihrer Arbeit. Ich lege sehr viel Wert darauf, dass die die Einheimischen ihre althergebrachte Kultur und sich selbst respektieren und ihnen klar wird, dass alles, was sie tun und erstellen, wertvoll ist. Und zwar nicht nur, um es zu verkaufen! Deshalb würde heute auch keiner im Dorf mehr seine persönlichen Sachen oder gar Antiquitäten an Touristen verkaufen, oder sich bei den erstellten Produkten herunterhandeln lassen. In der Eco-Lodge dreht sich alles um Leidenschaft.

Ein Fluss im Golestan Nationalpark

Ein Fluss im Golestan Nationalpark

Des Weiteren versuchten wir die Menschen aus dem Dorf auch den Wert ihres Lebens inmitten des Nationalparks nahe zu bringen. Obwohl die Menschen in der Natur wohnen, haben sie keinen Bezug zu dieser und wissen nicht mehr, wie wertvoll sie ist. Dies wird verstärkt, wenn Gäste unsere Angestellte kränken. Meist ohne es zu wissen. Sie reden mit den Menschen aus dem Dorf und stellen ausschließlich Fragen wie: „Wie viele Kinder habt ihr?“ „Habt ihr eine Ausbildung oder nicht?“ „Seid ihr arm?“ etc. Dies verletzt die Menschen, da die Gäste nicht zu verstehen scheinen, dass sie ein Individuum mit eigener Persönlichkeit sind. Ich erkläre den Dorfbewohnern dann immer: „Ihr lebt wie Könige! Glaubt nicht, dass ihr arm seid, weil ihr in einem kleinen Dorf auf dem Land lebt!“ Wenn ich mit unseren iranischen Gästen über das Dorf rede, beschreibe ich es als High-Society. Und zwar laut, so das alle Angestellten es hören. Oft kommen diese nachher zu mir und sagen: „Du hast unser Leben vor den Gästen aber sehr viel besser dargestellt, als es eigentlich ist!“ Ich antworte ihnen dann: „Nein, es ist so wie ich es beschrieben habe, dass erkennt ihr nur nicht! Wenn ihr euer Leben einmal von einer anderen Perspektive sehen würdet, von außen, würdet ihr erkennen, dass ich Recht habe!“

Forough: Ja, der Golestan Nationalpark ist einfach wundervoll. Die Menschen dort haben unberührte Natur, gutes Wetter, sauberes Wasser usw. Oft wissen sie dieses gar nicht zu schätzen, da sie es nicht anderes kennen. Sie besitzen mehr Land und sind im Grunde genommen reicher als wir. Ohne es zu wissen. Wir versuchen ihnen genau das beizubringen. Dies ist das eigentliche Projekt.

Nationalpark in Golestan

Nationalpark in Golestan

Worauf sollten Reisende achten, wenn sie zu Besuch in der Eco-Lodge sind?

Kamran: Im Golestan Nationalpark haben wir einfache, aber strikte Regeln, damit der Tourismus dort keine negativen Folgen für die Einwohner hat. Dies ist vor allem auf die Kultur bezogen. Nachhaltigkeit ist nicht gegeben, wenn man neue Eindrücke von außen mitten in die Gemeinschaft bringt und dadurch z.B. der Wunsch bei den Mädchen entsteht, Shorts und Tops zu tragen, oder die Jungs Alkohol und Zigaretten konsumieren wollen. Solche Dinge sollten sie, wenn, aus eigener Hand erfahren, etwa wenn sie in die Stadt gehen, aber nicht, weil man es zu ihrem Dorf bringt. Dies birgt auch für uns selber Herausforderungen, da grade die junge Generation sehr neugierig auf das Leben außerhalb des Dorfes ist. Deshalb möchte ich ihnen manchmal auf ihre Fragen keine Antwort geben und sage ihnen: „Um das kennen zu lernen, müsst ihr es selber in der Stadt erleben.“

Gegenüber den Menschen des Golestan-Nationalparks gibt es für unsere Gäste eine sehr einfache aber wichtige Grundregel: Respektiere die Kultur der Menschen, die hier leben. Dazu gehört:

  • Vor anderen Leuten sollte man nicht schreien und laut sein.
  • Man sollte entsprechende Kleidung tragen, die keine Haut zeigt.
  • Wenn man an Menschen vorbei geht, sieht man sie nicht direkt an. Das entspricht den hiesigen Höflichkeitsregeln. Man sollte nur grüßen, wenn sie einen zuerst grüßen.
  • Man schüttelt sich hier nie die Hand.
Gastfreundschaft in Golestan

Gastfreundschaft in Golestan

Die wichtigste Regel aber ist, das wir nicht mitten durch das Dorf gehen, sondern immer drum herum. Wir tun dies, da das Dorf sehr klein ist, und die Einwohner nicht daran interessiert sind, Fremde Menschen dort zu haben, die ihr tägliches Leben stören. In der Eco-Lodge selber haben unsere Gäste natürlich die Möglichkeit, die Einheimischen, die dort arbeiten, näher kennenzulernen. Aber dann bestimmen eben die Dorfbewohner, wie viel und welchen Kontakt sie zu unseren Gästen haben.

Forough: In der Natur selber sind wir natürlich auch sehr auf Nachhaltigkeit bedacht. Um das umzusetzen, müssen die folgenden Dinge beachtet werden:

  • Wandergruppen haben eine maximale Größe von 12 Personen.
  • Wanderungen sind nur mit lokalem Guide erlaubt.
  • Es darf nur auf den schon existierenden Ranger Pfaden gegangen werden.
  • Es dürfen keine Blumen gepflückt, oder andere Dinge mitgenommen werden.
  • Es wird nur auf Erde, nicht auf Gras gecampt.
  • Feuer wird nur mit totem Holz gemacht.
  • Natürlich hinterlassen wir keinen Müll.
  • Wir bewegen uns stets leise und mit Vorsicht, um die hier lebenden Tiere nicht zu stören.

Des Weiteren gibt es eine Kleiderordnung, für verschiedene Gebiete. Gäste sollten sich in Erdtönen kleiden (z.B. Beige, helles Braun, Kaki usw.) und nicht in sehr kräftigen Grüntönen oder anderen Farben, wenn wir inmitten der Steppe wandern.  Außerdem sollte kein Parfüm oder Make-up getragen werden. Dies ist wichtig, denn fremde Farben und Gerüche verschrecken die Tiere. Die richtigen Schuhe sind natürlich das A und O. Es sollten richtige Wanderschuhe sein, die auf jeden Fall über den Knöchel gehen oder besser noch ein bisschen höher.

Vom Kaspischen Meer nach Aserbaidschan im Nordwesten Irans

Hyrkanische Wälder (jüngst von der UNESCO zum Welt-Naturerbe erklärt), das Kaspische Meer und die lebhaften Bazaare im Nordiran stehen im Mittelpunkt dieser Wanderreise:

  • 15 Tage, 6 – 12 Teilnehmer
  • Unterkunft: Zelt (4x), Hotel/Gasthaus (10x)Nachhaltig reisen in iran: VOM KASPISCHEN MEER NACH ASERBAIDSCHAN IM NORDWESTEN IRANS
  • Unterwegs: zu Fuß, Geländewagen, ca. 2900 km

Die Highlights

  • Aktiv- und Erlebnisreise im grünen Nordwesten des Iran
  • Wanderungen in den Gebirgsmassiven bei Alamut und auf den Hochweiden der Nomaden am Sabalan und Sahand
  • Erkundung der historisch bedeutsamen Sehenswürdigkeiten von Ardebil, Tabriz, Hamedan und Kermanshah
  • Besuch landschaftlich einzigartig gelegener Festungen und Heiligtümer wie dem Takht-e Soleyman
  • Bummel durch lebhafte Bazaare und über bunte Märkte, auf denen eine Vielfalt schmackhafter lokaler Spezialitäten feilgeboten wird
  • Fahrt in Geländewägen, mit denen wir die reizvolle Landschaft komfortabel erkunden

Ihr Reisetyp:  Sie sind gerne aktiv und draußen unterwegs. Dabei wollen Sie Ihr Reiseziel sowie Lebensweise und Kultur der Menschen umfassend kennen lernen und sind dafür bereit, ab und zu längere Autofahrten in Kauf zu nehmen. Sie sind kulturell interessiert und wollen historisch bedeutsame Sehenswürdigkeiten erkunden. Um die majestätische Berglandschaft des Elburs und die verwunschenen Wälder am Kaspischen Meer intensiv erleben zu können, übernachten Sie zwischendurch auch gern einmal im Zelt. Tageswanderungen und Ausflüge sind perfekt für Sie.

„Wie sehen die Zukunftspläne für die Eco-Lodge und des Golestan Nationalpark aus?“

Kamran: Wir hoffen, dass die Menschen des Dorfes eines Tages die Eco-Lodge komplett selber übernehmen können. Aber das wird noch lange dauern, denn die Vermittlung des Nachhaltigkeitsgedankens ist ein langwieriger Prozess. Vielleicht können wir in 40 Jahren einmal sagen: Wir haben den Golestan-Nationalpark erhalten, und Nachhaltigkeit funktioniert hier. Aber dafür ist es jetzt noch zu früh. Wir werden die Menschen so lange begleiten, wie sie unsere Hilfe brauchen.

In Zukunft wollen wir noch mehr Tourismus zum Golestan-Nationalpark bringen. Die Turkmen Eco-Lodge war nur der erste Schritt. Im Moment sind noch zwei weitere Projekte in etwas größeren Orten außerhalb des Parks in Planung. Im Nordwesten des Parks ist ein Eco-Camp geplant, in dem Familien mit Kindern Urlaub in der Natur verbringen können. Das andere Projekt, noch weiter im Westen gelegen, ist ein Eco-Resort, wo Gäste in die Landwirtschaft mit einbezogen werden. Diese Projekte sollen bis zu 300 neue Arbeitsplätze schaffen.

Wilde Gazellen im Golestan Nationalpark

Wilde Gazellen im Golestan Nationalpark

„Kamran und Forough, ich danke euch für eure Zeit und das sehr interessante Interview. Wir wünschen euch für eure Zukunft und die Erhaltung des Nationalparks nur das Beste.“

Etwas, das mich persönlich ganz besonders an dem Interview berührt hat, sind die unerschütterliche Überzeugung und Leidenschaft, mit der Kamran und Forough die Erhaltung des Golestan-Nationalparks und ihre Projekte betreiben. Hierbei stehen die Menschen des Parks ganz klar im Vordergrund. Im Laufe ihres Besuches hatten wir die Freude, noch viele weiteren Geschichten und Anekdoten von Kamran und Forough zu erfahren. Diese alle hier zu erzählen würde leider den Rahmen sprengen. Jedenfalls kann ich mit Gewissheit sagen, dass man eine nachhaltige Reise nach Iran optimal mit einem Besuch der Turkmen Ecolodge verbinden sollte!

Weitere Eindrücke und viele Informationen über den Golestan Nationalpark und seine Menschen hat Klaus Betz während seines Aufenthaltes in der Turkmen Ecolodge gesammelt:  http://www.todo-contest.org/preistraeger/pdf/iran-2014.pdf

Weitere Informationen
Haben wir Ihr Interesse geweckt? Wenn Sie an Reisen in den Iran oder in die Region Golestan interessiert sind, kontaktieren Sie gerne unsere Iran-Expertin Nadja Brenning per Mail unter n.brenning@nomad-reisen.de oder telefonisch unter 0221 – 66962514.
Autor: Julietta Baums