Wohin fahrt ihr? Nach Oman?! Im Sommer?! So oder so ähnlich reagierten die meisten, wenn ich ihnen erzählte, dass wir dieses Jahr im Juli/ August nach Oman reisen würden. Zugegebenermaßen war ich auch schon sehr gespannt darauf, wie es sich bei Temperaturen von bis zu 40°C reisen und vor allem im Zelt übernachten lässt. Aber probieren geht ja bekannter Maßen über studieren.
Die Reiseroute startete in Muscat und verlief entlang der Küste über Sur bis Salalah, und von dort durch das Landesinnere über Nizwa und die Berge zurück in die Hauptstadt. Knappe drei Wochen hatten wir für die Strecke Zeit. Meistens wurde gecampt, nur in den Städten Muscat und Nizwa, sowie in Ras al Hadd und in der Wahiba Sands haben wir uns für Hotels entschieden. Die Mischung aus Camping und Hotels war für den Sommer ideal. Auf der einen Seite blieb die Unabhängigkeit, die die Übernachtungen im Zelt auszeichnet, auf der anderen Seite sind eine Dusche und ein klimatisierter Raum zum Schlafen eine nicht zu unterschätzende Annehmlichkeit, die wir zumindest ab und an sehr genossen haben.

Los ging es wie bereits erwähnt in Muscat beziehungsweise in Mutrah. Nach unkompliziertem Flug und Immigrieren ging es mit einem kurzen Stop bei der Sultan Qaboos Moschee in den Ort Mutrah. Am Nachmittag stand noch der Riyam Trek an. Obwohl wir uns tatsächlich noch in der Stadt befanden, hatte man das Gefühl mitten in den Bergen und in einer ganz anderen Welt zu sein. Dank vieler schattiger Wegabschnitte war die Tour gut zu bewältigen. Angekommen im Stadtteil Muttrah haben wir dann den Abend im Souk mit wenigen Touristen, jedoch einigen Einheimischen, ausklingen lassen.

Weiter ging es entlang der Küste in Richtung Sur. Sowohl Wadi Tiwi als auch Wadi Shab zählten zu den Highlights der gesamten Reise. Sehr wenige Touristen und die Möglichkeit sich immer wieder abzukühlen machen beide Wadis ideale Ausflugsziele, besonders in den heißeren Monaten. Im Wadi Shab wird die anfängliche Wanderung schnell zu einem Schwimm-Trekking und endet an einer wunderschönen Höhle, die durch einen schmalen Felsspalt zu erreichen ist. Im Wadi Tiwi wurden wir von einem Bewohner des letzten, erreichbaren Ortes im Wadi, zu beeindruckenden Wasserfällen und natürlichen Pools geführt. Übernachtet haben wir in der Nähe von Fins direkt am Strand. Und was gibt es schöneres als mit leckerem Abendessen bei Kerzenschein aufs Meer zu blicken und dabei eine ganze Bucht für sich zu haben? Der Sand wurde im Abends angenehm kühl, was vor allem für Übernachtungen auf einer Luftmatratze und im Bodenzelt wichtig ist. Im Dachzelt ist dies nie ein Problem.

Nach einem erfrischenden frühmorgendlichen Bad ging es weiter nach Sur und bis nach Ras al Had. Ras al Had und das nah gelegene Scientific Center in Ras al Jinz, lohnen sich besonders im Sommer, da dies die Hochsaison der Eiablage der Meeresschildkröten ist. Ein geführter Strandbesuch in der Nacht (Achtung es war wirklich kühl!) ist ein Muss, wenn man zu dieser Zeit im Oman ist. Man könnte es fast schon als Schidkröten rush-hour bezeichnen, auch wenn die Meeresbewohner selbst sich nicht gerade schnell bewegen. Tagsüber sieht man in der ganzen Gegend immer wieder Tiere zum Atmen an die Wasseroberfläche kommen.

Next Stops: Wadi Bani Khalid und Wahiba Sands. Die lokale Bauweise des Camps hat für angenehm kühle Räume gesorgt. Neben uns waren noch drei weitere Gäste dort, die wir aber nur während des Abendessen gesehen haben. Trotz kaum vorhandener Touristen, hätten wir die Möglichkeit gehabt eine frühmorgendliche Kameltour oder eine Buggytour durch die Wüste zu machen. Wir haben uns dann allerdings dazu entschlossen, die umliegenden Dünen abends zu Fuß zu erkunden. Das Camp immer im Blick waren die Bilderbuch Dünen der Wahiba und der Blick in die weite der Wüste unvergleichlich.

Der nächste Teil der Reise führte uns mit Zwischenstop an den Weißen Dünen bei Khaluf (4wd notwendig) bis Salalah. Ehrlicherweise muss man sagen, dass es auf diesen Kilometern, bis eben auf die weißen Dünen und die ein oder andere 4wd Strecke wenig an Sehenswürdigkeiten zu entdecken gibt. Salalah und die gesamte Dhofar Region entschädigen dafür allerdings mehr als genug und nach den kargen Kilometern kommt einem die Vegetation in und um die Stadt noch üppiger vor. Ende Juli/ Anfang August ist Hochsaison. Der Kareef, der Omanische Monsun ist in vollem Gange. Alles ist grün und bei angenehmen 25°C nieselt es ab und an leicht. Mitten in der Stadt gibt es tropische Plantagen und an den Straßenrändern werden Kokosnüsse, Mangos und Bananen verkauft. Auf ausgedehnten Wiesen sitzen arabische (Touristen-)Familien und freuen sich im Freien und bei angenehmen Temperaturen zu picknicken. Neben diesen für Europäer etwas merkwürdig anmutenden Picknickern haben Straßenmärkte aufgemacht und es gibt wunderbares Essen. Die Gastfreundschaft der Omanis kommt auch hier zum tragen und man kann sich gut und gerne durch verschiedenste lokale Gerichte probieren.

Die gesamte Dhofar Region hat viele und gut entwickelte Sehenswürdigkeiten, die von alter zu neuer Kultur, Stadt, Plantagen bis zu natürlichen Attraktionen, wie den Sink- oder Blowholes reichen. Natürlich kommt auch das, was die Region einst so reich gemacht hat nicht zu kurz: der Weihrauch. Wir persönlich haben uns eher der kulinarischen Seite Salalahs gewidmet und haben uns in das Getümmel eines Street-Food Markets geworfen. Anschließend sind wir durch die tropischen Märkte und Plantagen geschlendert. Übernachtet wurde an einem der grünen Hänge, die die Stadt umgeben und eher an Irland als an den Oman erinnern.

Ebenso plötzlich, wie wir in das satte Grün kamen, haben wir es auch wieder verlassen. Durch dicken Nebel ging es den Berg hinauf, nur um auf der anderen Seite plötzlich wieder mitten in einer Wüste zu sein. Es gibt immer wieder Abzweigungen in Wadis oder winzige Dörfer, generell sind die einzigen Abwechslungen jedoch Kamele oder Tankstellen am Wegesrand. Diese Weite ist für die meisten Europäer ungewohnt und unvorstellbar. Außer einem Frühstücksstopp einige Kilometer abseits der Hauptstraße bei Marswadad sind wir die Strecke von Shisr durchgefahren und kamen am Ende des Tages in Tanuf, einem kleinen Ort bei Nizwa an. Bei regelmäßigem Fahrerwechsel war das für uns gut machbar.

Damit waren wir wieder nahe dem Ausgangspunkt unserer Reise angekommen. Die Region um Nizwa hatte jedoch einiges zu bieten, gerade auch in der warmen Jahreszeit. Neben Nizwa und den berühmten Souqs selbst, haben wir uns die teils sehr gut hergerichteten Forts in Bahla, Nizwa und Jabrin angesehen.

Jedes bot auf seine Weise etwas einzigartiges. Einen Großteil der Zeit haben wir jedoch in den Bergen, zuerst dem Jabel Al Akdar, dann dem Jabel Shams verbracht. Neben fantastischer Aussicht konnten wir Abends echte Lagerfeuerromantik und frisch gegrillten Fisch genießen. Nachts im Zelt waren wir sogar durchaus froh im Hochsommer hier zu sein und nicht zu einer noch kälteren Jahreszeit.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass man den Oman auch im Hochsommer sehr gut bereisen kann, solange man einige Dinge beachtet: Hut und Sonnencreme sollten ein ständiger Begleiter sein. Am wichtigsten ist es nicht zu vergessen, dass es ein sehr vielseitiges Land ist. In Muscat kann es drückend heiß sein, während es in Salalah bei 25° regnet und in den Bergen und an der Küste auch ein Pullover oder ähnliches notwendig ist. Auch die Aktivitäten kann man dem Wetter entsprechend anpassen. Natürlich ist eine Tour durch die Wüste nicht die erfrischenste Idee, aber Wadis, Strände und Berge haben auch – oder gerade im Sommer – einiges zu bieten. Der größte Vorteil einer Omanreise im Sommer ist dabei auch, dass wir deutlich weniger Touristen begegneten und wir uns die Sehenswürdigkeiten meistens sogar nur mit Einheimischen, „teilen“ mussten.

Sie möchten mehr über unsere Dachzeltreisen erfahren? Dann lesen Sie unseren Artikel „Häufige Fragen zum Reisen mit dem Dachzelt“ oder „Oman Dachzelt Reisen: Infos und Feedback“ .

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Autor: Jennifer Daxböck