Die Abenteuerlust hat Sie gepackt, Sie sind in Ihrem Wunschreiseland angekommen und machen sich auf den Weg, den nächsten Berg zu erklimmen. Doch auf dem Weg zum Gipfel bekommen Sie Kopfschmerzen, Ihnen wird übel und schwindelig – Haben Sie und leiden Sie etwa an Höhenprobleme und Höhenkrankheit?

Die Höhenkrankheit entsteht, wenn der Körper nicht genug Zeit hat, sich auf die neuen Höhenverhältnisse einzustellen. In einer Höhe von 3.000 Metern enthält die Atmosphäre nur noch die Hälfte der Sauerstoffmenge wie auf Meeresniveau, in 5.000 Metern ist es gar nur noch ein Drittel. Durch die geringe Sauerstoffversorgung und den verminderten Druck in den Lungenbläschen kann es passieren, dass sich vermehrt Wasser aus den Blutgefäßen in das umgebende Gewebe einlagert. Dies kann besonders Lunge und Gehirn schwerwiegende Probleme bereiten – ein Hirn- bzw. Lungenödem kann sich entwickeln.

Neben diesen beiden lebensbedrohlichen Erkrankungen kann es auch zu einer Reihe unspezifischer Beschwerden kommen, die als Höhenkrankheit (Acute Mountain Sickness, AMS) bezeichnet werden. Die akute milde Höhenkrankheit tritt bei rund 30 Prozent der Bergwanderer auf, die sich auf über 3.000 Metern befinden. Die üblichen Symptome sind Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, allgemeines Unwohlsein sowie ein beschleunigter Puls. Diese Beschwerden sollten Sie ernst nehmen und sofort eine Rast einlegen. Nur wenn die Beschwerden völlig verschwinden, kann es weitergehen. Setzt man hingegen den Aufstieg fort, kann sich der Gesundheitszustand innerhalb von 12 bis 24 Stunden deutlich verschlechtern. Mögliche Symptome sind starke Übelkeit mit Erbrechen, starker Dauerkopfschmerz, rapider Leistungsabfall, Herzrasen, Atembeschwerden, Antriebslosigkeit, Verwirrtheit, trockener Husten, Schwindelgefühl, Gangunsicherheit, verminderte Urin-Ausscheidung und Schlaflosigkeit.

Höhenkrankheit

Auf die Frage, wer besonders anfällig für die Höhenkrankheit ist, haben Mediziner bis heute keine Antwort gefunden. Ältere Menschen sind ebenso häufig betroffen wie jüngere, Männer ebenso oft wie Frauen, Sportler nicht seltener als Untrainierte. Nur bei Kindern konnte eine größere Anfälligkeit konstatiert werden. Unfallstatistiken zeigen, dass es meist die ungestümen jungen Sportler sind, die täglich enorme  Höhenmeter überwinden und sich dadurch in Gefahr bringen.

Der einzig effektive Schutz vor der Höhenkrankheit ist das richtige Vorgehen beim Aufstieg: Geben Sie Ihrem Körper beim Erklimmen schwindelnder Höhen die nötige Zeit zur Anpassung an die veränderten Bedingungen. Pro Tag sollten dabei nicht mehr als 300 bis 500 Höhenmeter überwunden werden. Haben Sie vor, einen Vier- bis Fünftausender zu bezwingen, sollten Sie zur Eingewöhnung zunächst eine Woche auf etwa 3.000 Metern verbringen. Erst wenn sich Ihr Körper der Höhe vollständig angepasst hat, sollten Sie den weiteren Aufstieg in Angriff nehmen.

Zudem sollten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten und – das Allerwichtigste – sich mögliche Symptome eingestehen und entsprechend reagieren. Ein Ignorieren der Symptome kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen nach sich ziehen.

Unsere Trekkingtouren sind so angelegt, dass das Risiko, an der Höhenkrankheit zu erkranken, möglichst gering ist. Wir achten auf einen langsamen Aufstieg, eine angemessene Länge der Tagesetappen sowie eine schrittweise Erhöhung der Schlafhöhe. Trotzdem können wir nie garantieren, dass keiner unserer Mitreisenden an der Höhenkrankheit erkrankt.

Autor: Eva Kuhl